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Aus den Äckern werden Wiesen

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Für das Baugebiet Albert-Schweitzer-Straße in Götzenhain gibt es eine Mehrheit. In der Bürgerschaft stehen sich kritische Anwohner und eine BI gegenüber, die den Hausbau befürwortet.

Von Achim Ritz

Der Ausgleich für den Eingriff in die Natur ist unter Dach und Fach. Der Magistrat will das umstrittene Baugebiet nördlich der Albert-Schweitzer-Straße in Götzenhain trotz der Proteste von Anwohnern auf den Weg bringen. Eine Bürgerinitiative für den Häuserbau gibt es auch. Baudezernent und Erster Stadtrat Martin Burlon (parteilos) geht davon aus, dass das Parlament nach dem bereits positiven Votum für den Entwurf in der Juni-Sitzung auch für den offiziellen Bebauungsplan mit Satzung stimmen wird.

Dort, wo die Natur durch neue Häuser und Straßen versiegelt und zerstört wird, soll auch der Ausgleich erfolgen. Das war laut Magistrat eine Forderung der Naturschutzbehörde, der jetzt nachgekommen werde. Dies bedeutet aber nicht, dass neben dem Baugebiet künftig Hunderte von Bäumen gepflanzt werden. Der Ausgleich für den Eingriff in ein Biotop, das zum Teil zu einem Landschaftsschutzgebiet gehört, läuft in diesem Fall anders und ist für Spaziergänger vielleicht nicht gleich zu erkennen. Die bisherigen Ackerflächen am Rande der künftigen Bebauung sollen nach Darstellung der Stadtplanerin Sigrid Römer in ökologisch hochwertige Wiesen umgewandelt werden.

Das beruhigt die Bürgerinitiative um Gerald Tschörner, der die Naturzerstörung und die erlaubte Firsthöhe der neuen Häuser minimieren möchte, aber längst nicht. Zwar sind die Gegner nicht mehr wie vor Monaten generell gegen die Neubauten im Grünen oberhalb der Burg Dreieichenhain, doch sie fordern einige Veränderungen wie etwa weniger Häuser und eine noch geringere Verdichtung des Baugebietes. Das bisherige Votum des Stadtparlamentes pro Bebauung vor Augen (nur die Grünen sagen Nein), ist Gerald Tschörner nicht mehr zuversichtlich, in diesem späten Stadium noch etwas verändern zu können.

Der Dreieicher Edgar Schmutte hält aus ökologischen Gründen ebenfalls nichts von neuen Häusern auf den Äckern an der Albert-Schweitzer-Straße. Im Gespräch mit Stadtverordneten sei er ob der Wissenslücken einiger Kommunalpolitiker bei den Inhalten des Bebauungsplanes sehr erstaunt gewesen. Nur die wenigsten hätten sich die Unterlagen und die Stellungnahmen dazu durchgelesen oder sich mit den Bedenken der Gegner beschäftigt, so die Erfahrung von Edgar Schmutte.

Da der Bebauungsplan seit Jahren diskutiert wird und die Einwände erst sehr spät laut geworden sind, lässt der Magistrat die Gegner jetzt abblitzen. „Eine Überarbeitung des Entwurfes wie von der Bürgerinitiative gefordert, wurde nicht vorgenommen“, sagt Erster Stadtrat Martin Burlon und zeigt auf das Stadtparlament. Von dort sei an den Magistrat kein Auftrag für Veränderungen der Planungen gekommen.

Das wird auch nächste Woche, wenn der Umweltausschuss am Mittwoch debattiert, nicht geschehen, denn die beiden größten Fraktionen im Parlament, CDU und SPD, befürworten das Neubaugebiet nach wie vor. „Wir können doch nicht vor der Kommunalwahl dafür stimmen und uns jetzt anders verhalten“, sagt Fraktionsvorsitzender Rainer Jakobi. CDU-Fraktionsvorsitzender Hartmut Honka, betont, die CDU habe die Grundlinie immer mitgetragen und stimme auch jetzt dafür, das Neubaugebiet nach 20 Jahren endlich sinnvoll weiterzuentwickeln.

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