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Abschied vom Kult-JUZ

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Von: Sigrid Aldehoff

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Sozialarbeiter Hugo Dangeleit geht nach 40 Jahren in Ruhestand. Fazit: „Früher waren die Jugendlichen kreativer.“

Es gebe zumindest kreisweit kein Jugendzentrum, dass so lange und beständig arbeitet wie das JUZ in Gravenbruch, sagt Neu-Isenburgs Fachbereichsleiter Bernd Pufahl. Der Erfolg sei auch darin begründet, dass das Jugendhaus mit Kultstatus während seiner gesamten Existenz von Sozialarbeiter Hans Joachim „Hugo“ Dangeleit begleitet wurde, der jetzt nach 40 Jahren in den Ruhestand geht.

Viele Generationen von Jugendlichen aus Gravenbruch und auch aus der Kernstadt hat Dangeleit begleitet, beraten, unterstützt, geformt und einigen Besuchern bei Bewerbungen geholfen.

„Für viele Jugendliche war das JUZ ein zweites Zuhause“, sagt Dangeleit. „Gravenbruch war ja nichts Gewachsenes, hier zogen Menschen aus vielen Städten zusammen.“ Noch heute würden ehemalige Besucher von den gemeinsamen Freizeiten schwärmen, von Discoabenden oder von Skifahrten.

Spektakulär die Aktion, als in den 70er Jahren während eines Tennisturniers in Gravenbruch alle Fahnen bis auf die von Südafrika über Nacht verschwanden. Man vermutete einen terroristischen Akt, zumal ein hoher Bankmanager im Stadtteil wohnte und die Sondereinheit GSG 9 rückte an. Doch hatten nur Jugendliche für die Übernachtung im JUZ die Fahnen als Bettlaken „genommen“ – Südafrikas Flagge hatte geklemmt.

Dangeleit fallen viele weitere Anekdoten ein, er zieht aber ein Fazit aus 40 Jahren Erfahrung: Jugendliche hätten zu allen Zeiten den Wunsch gehabt, in der Gemeinschaft anerkannt zu werden. „Aber früher waren sie kreativer. Die Discoabende gab es nur, weil sie von den Jugendlichen selbst durchorganisiert wurden. Heute wollen sie lieber bedient werden.“ sia

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