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15-Jähriger von Zug überrollt

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Von: Christoph Manus

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An diesem Bahnübergang im Hainburger Ortsteil Hainstadt starb am Dienstagabend ein Jugendlicher.
An diesem Bahnübergang im Hainburger Ortsteil Hainstadt starb am Dienstagabend ein Jugendlicher. © Rolf Oeser

Ein 15-Jähriger wird in Hainburg an einem Bahnübergang von einem Zug erfasst. Er stirbt an der Unfallstelle. Der Jugendliche soll den herannahenden Zug nicht gehört haben, weil er telefonierte. Es ist nicht der erste tödliche Unfall an dem Bahnübergang.

Ein 15 Jahre alter Junge aus Hainburg (Kreis Offenbach) ist am frühen Dienstagabend auf einem Bahnübergang im Ortsteil Hainstadt von einem Regionalzug auf der Fahrt nach Babenhausen erfasst und tödlich verletzt worden. Er starb noch an der Unfallstelle.

Trotz Schnellbremsung habe der Triebfahrzeugführer den Zusammenprall nicht mehr verhindern können, teilte die Bundespolizei am Mittwoch mit. Als der Rettungsdienst kam, war nach Worten des Gemeindebrandinspektors Werner Merget schon keine Hilfe mehr möglich.

Hupen der Signalanlage nicht beachtet

Nach ersten Ermittlungen der Bundespolizei wollte der Junge den unbeschrankten Übergang über die eingleisige Bahnstrecke um 17.45 Uhr trotz eingeschaltetem Rotlicht auf dem Fahrrad überqueren. Auch den Achtungspfiff des herannahenden Zuges und das Hupen der Signalanlage beachtete der Junge offenbar nicht. Nach Zeugenaussagen soll er telefoniert haben. Ob er dazu einen Kopfhörer benutzte, konnte die Bundespolizei gestern auf Anfrage der Frankfurter Rundschau noch nicht sagen. Zunächst müssten die Zeugen vernommen werden, hieß es.

Der tödliche Unfall ist nicht der erste am Bahnübergang Mühlgrabenstraße. Zuletzt starb dort im April 2002 eine Frau, die in ihrem Auto von einem Zug erfasst wurde. Als Konsequenz drängte die etwa 15.000 Einwohner zählende Gemeinde damals erfolgreich auf die Sperrung des Bahnübergangs für den Autoverkehr. Er wurde mit einem Drängelgitter versehen, dass nur noch Radfahrern und Fußgänger ein Durchkommen ermöglicht. Ebenfalls auf Druck der Gemeinde ließ die Bahn auch eine akustische Signalanlage installieren.

Nach Angaben von Bürgermeister Bernhard Bessel (CDU) hat die Gemeinde im Jahr 2011 erneut in die Sicherheit am Bahnübergang investiert. Das Drängelgitter sei nun so eng, dass man nicht mehr auf dem Fahrrad durchfahren könne. Mehr könne man nicht mehr tun. „Sicherer geht es nicht“, sagte Bessel am Mittwoch der Frankfurter Rundschau. Auch ein beschrankter Bahnübergang sei nicht unbedingt sicherer. An den Schranken könne man oft vorbeilaufen oder vorbeifahren, sagte er.

Fahrgäste bleiben unverletzt

Auch Gemeindebrandinspektor Merget hält den Übergang für ausreichend gesichert. Er beobachte jedoch häufig, dass auch Erwachsene das Licht- und das Hupsignal ignorierten. Sie fühlten sich wohl sicher, weil die einspurige Strecke Richtung Bahnhof gut einsehbar sei, Richtung Klein-Auheim immerhin bis zu einer Kurve. „Die Leute denken, es kommt ja eh kein Zug“, sagte der Feuerwehrmann gestern der Frankfurter Rundschau. Doch sie unterschätzten die Geschwindigkeit, mit der sich die Züge nähern.

Die Fahrgäste der Regionalbahn blieben am Dienstagabend unverletzt. Sie mussten den Zug des Unternehmens Vias allerdings in Seligenstadt verlassen. Die Strecke war gut eine Stunde gesperrt.

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