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An den Asklepios Kliniken Langen und Seligenstadt ist die Arbeitsbelastung für das Personal derzeit hoch.
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An den Asklepios Kliniken Langen und Seligenstadt ist die Arbeitsbelastung für das Personal derzeit hoch.

Kreis Offenbach

Bevölkerung soll in Pflegeheimen aushelfen

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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In den Alten- und Pflegeheimen im Kreis Offenbach ist viel Personal mit Corona infiziert. Die Kreisverwaltung bittet deshalb die Bevölkerung um Hilfe.

Der Kreis Offenbach hat einen Hilferuf gesendet: Er bittet die Bürger und Bürgerinnen, in den Alten- und Pflegeheimen mit Hand anzulegen. Viele der Pflegekräfte seien in den Einrichtungen mit dem Covid-19-Virus infiziert, verlautbart der Kreis, weshalb Unterstützung dringend notwendig sei. In den Kreiskrankenhäusern in Langen und Seligenstadt halten sich die coronabedingten Ausfälle dagegen in Grenzen.

In mehreren Alten- und Pflegeheimen im Kreis Offenbach kommt das Personal an seine Grenzen, da viele Mitarbeitende infiziert sind und aufgrund der Isolation ausfallen. Die verbliebenen Pflegekräfte müssen verlängerte Schichten oder zusätzliche Dienste schieben, um die Ausfälle zu kompensieren, und seien deshalb, so erklärt der Kreis in einer Pressemitteilung, mit ihren Kräften am Ende.

Tagesaktuelle Zahlen, wie viele Pflegekräfte derzeit fehlen, gibt es laut Kreissprecherin Ursula Luh nicht, da diese immer nur eine Momentaufnahme seien. Nur alle zwei Wochen sei ein Update zu positiv getesteten Beschäftigten sowie Bewohnern und Bewohnerinnen in Alten- und Pflegeheimen möglich, da im Gesundheitsamt nicht diese Zahlen, sondern die Nachverfolgung von Kontaktpersonen Priorität haben müsse. Der nächste „Wasserstand“ sei erst Ende der Woche zu erwarten. „Die Lage in den Alten- und Pflegeheimen ist jedenfalls sehr angespannt“, sagt die Pressesprecherin.

Landrat Oliver Quilling (CDU) hofft nun gemeinsam mit dem Krisenstab des Kreises Offenbach auf helfende Hände aus der Bevölkerung. Zum einen wird ausgebildetes Personal gesucht, das im Ruhestand oder in Elternzeit ist oder inzwischen in anderen Bereichen arbeitet. Zum anderen ist jeder willkommen, der es sich zutraut, das Personal in den Heimen in irgendeiner Weise zu entlasten. Eine Qualifikation ist nicht notwendig, aber eine E-Mail mit Angabe der Kontaktdaten und der zeitlichen Verfügbarkeit an presse@kreis-offenbach.de. Wer qualifiziert ist, sollte das mit angeben.

An den Asklepios-Kliniken Langen und Seligenstadt, die für die Akutversorgung von Patient:innen aus dem Kreis Offenbach zuständig sind, gibt es weniger Probleme. Zehn Prozent der Pflegekräfte seien in der laufenden zweiten Welle bisher durch eine Corona-Quarantäne oder -Erkrankung ausgefallen, erklärt Regionalgeschäftsführer Jan Voigt, und bezeichnet diese Quote als „vergleichsweise niedrig“.

Dem Klinikpersonal stehe seit Herbst ein separates Mitarbeiter-Testzentrum zur Verfügung. Außerdem würden Patienten mit Verdacht auf oder mit bestätigter Corona-Infektion in separaten Ambulanzräumen aufgenommen und auf Isolationsstationen behandelt. Damit könne eine Durchmischung von Patienten mit Corona-Symptomen und Patienten mit anderen Erkrankungen verhindert werden. An beiden Standorten teste man ausnahmslos auch alle Patienten, die stationär aufgenommen werden, auf Covid-19.

Trotzdem habe sich die Belastung der Mitarbeiter, die die Versorgung der Corona-Patienten sicherstellen, sowie aller anderen Kräfte, die dies kompensieren, massiv erhöht, stellt Voigt fest. Deshalb suche man für beide Standorte qualifiziertes Pflegepersonal. Er geht aber davon aus, dass freiwillige Corona-Helfer:innen in Altersheimen, in den Impfzentren oder den Gesundheitsämtern aktuell schneller und konstruktiver eingesetzt werden können als in den zwei Kliniken. Erfreulich sei jedoch, dass die Anfragen steigen, sich im Ausbildungszentrum in Dreieich im Bereich der Krankenpflege ausbilden zu lassen.

Übrigens konnten laut Voigt bisher fast alle Corona-Kranke des Kreises Offenbach wohnortnah versorgt werden – egal, ob auf der Normal- oder Intensivstation. Die Ärzte würden individuell einschätzen, ob Notfall- oder geplante Behandlungen verschoben werden können oder durchgeführt werden müssen. „Teilweise sagen Patienten jedoch von sich aus den geplanten Eingriff ab oder verschieben ihn“, so Voigt.

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