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Polizei im Einsatz. (Symbolbild)

Kriminalität

Kreis Offenbach: Ärztin stellt für Leichenschauen zu hohe Rechnungen

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Eine Ärztin soll im großen Stil Angehörige von Verstorbenen abgezockt haben. Fahnder durchsuchen ihre Praxis und ihr Haus.

Die Zentralstelle zur Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen ermittelt gegen eine Ärztin aus dem Landkreis Offenbach wegen Abrechnungsbetrugs. Die 50-Jährige stehe im Verdacht, bei Leichenschauen den Hinterbliebenen überhöhte Rechnungen präsentiert zu haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, bei der die Zentralstelle angesiedelt ist, am Donnerstag mit.

Die Medizinerin soll auf den Rechnungen Leistungen angegeben haben, die nur bei lebenden Personen abrechnungsfähig sind, wie etwa die Gebühr für die Durchführung eines Hausbesuchs. So entstand den Hinterbliebenen in einer Vielzahl von Fällen ein Schaden von mindestens 70 Euro. Die Polizei durchsuchte die Arztpraxis und die Privatwohnung der 50-Jährigen am Donnerstag. Eine Auswertung ihrer Unterlagen soll ergeben, wie viele Fälle die Ärztin in den vergangenen fünf Jahren, dem nicht verjährten Zeitraum, falsch abgerechnet hat. Die Aufträge zur Leichenschau hatte die Ärztin jeweils von der Polizei erhalten. Hinweise auf den Betrug hatten die Ermittler unter anderem von einem Bestattungsunternehmen erhalten. Abrechnungsbetrug bei Leichenschauen sei leider „weit verbreitet“, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Viele Mediziner seien der Ansicht, dass Leichenschauen nicht angemessen honoriert würden. Den Hinterbliebenen falle der Betrug oft nicht auf.

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