Unterstützung

Kreis Hersfeld-Rotenburg gewährt Einkommensschwachen Zuschüsse für Verhütungsmittel

Verhütung soll nicht an mangelndem Geld scheitern. Das führe sonst zu ungewollten Schwangerschaften und unnötigen Abtreibungen.

Von April an können einkommensschwache Menschen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg Zuschüsse für den Kauf von Verhütungsmitteln beantragen. Eine Vereinbarung mit der Beratungsstelle Pro Familia habe unter anderem Landrat Michael Koch (CDU) unterzeichnet, berichtete der Kreis am Dienstag. Im Herbst war das Ansinnen vom Kreistag beschlossen worden. Das Ziel lautet: Verhütung dürfe nicht an mangelndem Geld scheitern. Das führe sonst zu ungewollten Schwangerschaften und unnötigen Abtreibungen.

Für diese Jahr stehen 10 000 Euro zur Verfügung. Bezieher von Grundsicherung für Arbeitssuchende nach dem SGB II (Hartz IV), von Sozialhilfe (Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsunfähigkeit nach dem SGB XII) sowie von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten auf Antrag finanzielle Unterstützung beim Kauf von Verhütungsmitteln, wie der Kreis auflistete. Erstattungsfähig seien ausschließlich vom Arzt verordnete Verhütungsmittel wie Pille, Kupfer- oder Hormonspirale, Hormonimplantate, Dreimonatsspritze, Diaphragma oder Verhütungspflaster. Nicht übernommen werden Kosten für Kondome.

Die Verwaltung des Fonds übernimmt Pro Familia. Der Fonds sei eine freiwillige Leistung, auf die kein Rechtsanspruch bestehe, betonte der Kreis. Zuschüsse für Verhütungsmittel leistet zum Beispiel auch der benachbarte Vogelsbergkreis. Seit dem Jahr 2010 gewährt auch die Stadt Oldenburg (Niedersachsen) Unterstützung. Die Grünen forderten bereits im Jahr 2018 im Bundestag, Empfängern staatlicher Leistungen wie Hartz-IV kostenlosen Zugang zu ärztlich verordneten Verhütungsmitteln und Kondomen zu verschaffen. (dpa)

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