Feuerwehr

Zwei Standorte, aber eine Wache in Mörfelden-Walldorf

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Die Debatte um Feuerwehrstandorte geht weiter. Empörung in der Bürgerversammlung.

Wieder sorgt das Thema Feuerwehrstandorte für Diskussionsstoff in Mörfelden-Walldorf. Nachdem sich vergangenes Jahr die Mehrheit für den Erhalt von zwei Standorten in Mörfelden und Walldorf ausgesprochen hatte, hat nun der neue Bürgermeister Thomas Winkler (Grüne) den aktuellen Stand der Planungen für Walldorf vorgestellt. Dies löste Empörung bei den Zuhörern einer Bürgerversammlung aus, wie ein Teilnehmer äußerte.

„Neu ist, dass nun viel großzügiger geplant wird, Werkstätten und Personal konzentriert werden sollen – wie bei einer zentralen Wache, nur eben in Walldorf-Nord-West, und zu deutlich höheren Kosten, als für eine reine Sanierung angesetzt war“, teilte Erster Stadtrat Burkhard Ziegler (Freie Wähler) mit. Wie aus einer Präsentation hervorgeht, die der FR vorliegt, werden für den Neubau einer zentralen Gerätewarte in Walldorf 7,7 Millionen Euro veranschlagt. Eine Sanierung würde zwei Millionen Euro teurer kommen. „Es soll weiterhin zwei Gerätehäuser geben“, betonte der Referent des Bürgermeisters, Sebastian Schwappacher, auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. In Walldorf sollen dem Vernehmen nach jedoch Werkstätten und Gerätewarte gebündelt werden.

Dass die Kosten sich gegenüber den Zahlen, die vor dem Bürgerentscheid im Gespräch waren, erhöht haben, liegt laut Schwappacher nicht nur an der Kostenexplosion im Bausektor, sondern auch daran, dass Kosten für das DRK vorher nicht miteingerechnet gewesen seien. Auch neue DIN-Vorschriften und gestiegener Platzbedarf hätten zur Verteuerung beigetragen. Bürgermeister Winkler habe indes lediglich die von seinem Vorgänger Heinz-Peter Becker (SPD) angestoßenen Planungen vorgestellt.

Konzept kritisiert

Oliver Kraus, nach eigenen Angaben insgesamt 40 Jahre bei beiden Wehren aktiv, kritisierte die Pläne in einer Mitteilung an die FR. Es gebe weder ein gemeinsames, zukunftsorientiertes Konzept für beide Feuerwehren, noch einen längst notwendigen, aktualisierten Bedarfs- und Entwicklungsplan. „Bei dem vorgestellten Standort für den Neubau in Walldorf würden zudem die Hilfsfristen für den Stadtteil ‚An den Eichen‘ immer noch nicht in ausreichendem Umfang erreicht“, schreibt Kraus. Dass die Geräte in einer Zentralwache gebündelt seien, sei zwar für Einsätze am Tag günstiger, nachts jedoch verlängerten sich dadurch die Zeiten. Auch monierte Kraus, dass es noch keine Planungen für Mörfelden gibt. „Warum die Eile?“, fragt er. Derzeit habe man zwei funktionierende Feuerwehren. Auch müsse die Stadtentwicklung Einzug in der Planung finden.

„Es ist noch nichts entschieden“, betonte Schwappacher. Im Oktober sollen die Pläne in der Stadtverordnetenversammlung besprochen werden. Im Laufe des Donnerstags war außerdem geplant, die Präsentation der Bürgerversammlung auf der Internetseite der Stadt zu veröffentlichen. Infos gibt es unter www.moerfelden-walldorf.de.

Die Freien Wähler laden für Mittwoch, 5. September, zum Thema zu einem Gesprächsabend um 19.30 Uhr im Goldenen Apfel, Langgasse 45, ein.

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