Gross-Gerau

Zwei Richter weniger

Statt 14 sind nur noch zwölf Richter am Groß-Gerauer Amtsgericht beschäftigt. Das bedeute, dass die Arbeit neu verteilt werden müsse und dass die Erledigung mancher Verfahren länger dauern werde.

Das Groß-Gerauer Amtsgericht muss zurzeit mit eineinhalb Richterstellen weniger auskommen: Laut einer Mitteilung der rechtspolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Heike Hofmann, und dem SPD-Landtagsabgeordneten Gerald Kummer (Riedstadt) handelt es sich dabei um die „Spitze eines Eisbergs“. Seit dem Jahr 2003 seien in der hessischen Justiz 800 Stellen abgebaut worden; in den Jahren 2014 bis 2016 würden weitere 400 folgen.

Amtsgerichtsdirektor Ulrich Eisfeld bestätigt, dass in Groß-Gerau eineinhalb Richterstellen weggefallen sind. Die beiden Richter, in der Kreisstadt als Richter auf Probe tätig, seien seit Juni am Frankfurter Landgericht beziehungsweise am Rüsselsheimer Amtsgericht, das stark belastet sei. Statt 14 seien nun noch zwölf Richter am Groß-Gerauer Amtsgericht beschäftigt.

Selbst aktiv geworden

Das bedeute, dass die Arbeit in seinem Haus neu verteilt werden müsse und dass die Erledigung mancher Verfahren länger dauern werde. Dies habe ein Richter auch in öffentlicher Sitzung kundgetan. Im Vergleich zu Rüsselsheim und anderen Amtsgerichten im Landgerichtsbezirk Darmstadt „stehen wir immer noch relativ günstig da“, meint der Direktor. In Rüsselsheim gebe es zum Beispiel rund 10 000 Zivilverfahren im Jahr, in Groß-Gerau rund 2500.

Damit sich die Situation möglichst bald wieder bessert, ist das Gericht selbst aktiv geworden. Auf dem ordentlichen Weg hat Ulrich Eisfeld Kontakt mit dem Landgerichtspräsidenten aufgenommen, der für die neun kleineren Direktorialgerichte – zu denen Groß-Gerau gehört – zuständig ist, um auf diesem Weg beim Justizministerium nachzuhören, wann mit Personalersatz zu rechnen ist. Zudem habe er selbst mit einem Sachgebietsleiter im Ministerium telefoniert. Aus diesem Gespräch hat Eisfeld herausgehört, dass Hoffnung bestehe, „dass wir in diesem Jahr noch jemanden kriegen“. Allerdings ohne feste Zusage. Eventuell werde die halbe Stelle wiederbesetzt. (amt)

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