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„Burn Out“ hat Honneth ihre Riesenstreichhölzer genannt.
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„Burn Out“ hat Honneth ihre Riesenstreichhölzer genannt.

Mörfelden-Walldorf

Zündende Idee

Von wegen „Burn out": Mit ihren menschenhohen Streichholz-Stelen ist Ingrid B. Honneth Gewinnerin des Mörfelder Skulpturenparks „Kunst-Stücke" geworden.

Ein Sinnbild auf mehreren Ebenen: Die menschengroße Streichholz-Formation repräsentiert figürlich eine Krankheit der jüngsten Zeit und beschreibt somit den Zustand der Gesellschaft. Die Installation „Burn out“ von Ingrid B. Honneth ist Preisträger des Skulpturenparks „Kunst-Stücke“ in Mörfelden. Sie ist gleichzeitig ein schlichtes, aber den Blick der Betrachter fangendes, detailliert angefertigtes Werk der Holzbildhauerei, das ganz eindeutig für die Vergänglichkeit steht. Auch wenn die hölzernen Stelen für den Einsatz unter freiem Himmel extra mit einer Schicht aus speziellem Harz überzogen wurden, damit sie wetterfest sind.

Honneth vertrete ihr Metier auf besondere Weise, sagte Galeristin Barbara von Stechow bei der Finissage des 14. Skulpturenparks, zu der zahlreiche Besucher am Sonntagvormittag vor dem Mörfelder Bürgerhaus erschienen waren.

In ihrem Pop-Art-nahen Werk „Burn out“ habe die Künstlerin mit einer Spur von Sarkasmus gekonnt Zeitkritik übertragen, so von Stechow. Die Streichhölzer stünden außerdem für den Beginn der Klassengesellschaft, ergänzte Honneth. „Nach der Zähmung des Feuers von Prometheus sind die Menschen träge und faul geworden“, sagte sie.

Publikumspreis für Studentin

Neben Honneth, die zum zweiten Mal ihre Werke in der Stadt zeigte, wurde auch Elvira Chevalier unter den elf ausstellenden Künstlern ausgezeichnet. Die Studentin der Hochschule für Gestaltung in Offenbach bekam von den Besuchern mit großer Mehrheit den Publikumspreis verliehen.

„Schon bei der Eröffnung hat das Werk die Leute in den Bann gezogen“, sagte von Stechow über die ungewöhnliche Skulptur aus wachsüberzogenem Styropor, die während der sechswöchigen Freiluft-Ausstellung wie ein zusammengerolltes Gürteltier zwischen den Bäumen im Park positioniert war. „Zum ersten Mal bekommt eine Studentin den Preis“, sagte von Stechow.

Zum Abschluss des Skulpturenparks stand ebenfalls der Künstler-Nachwuchs im Fokus. Die 25 Teilnehmer zwischen sieben und 14 Jahren des Kinder-Kunst-Wochenendes zeigten ihre Figuren aus Gasbetonsteinen, die sie unter der Anleitung von Filipe Mirante und Otto Schaffner angefertigt hatten.

Suttner-Schüler machen Kunst

Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) sagte, dass die Premiere der ergänzenden Ausstellung zum Skulpturenpark im Bürgerhaus sehr gelungen sei. Die Büttelborner Künstlerinnengruppe „Femin Art“ hatte diese Schau gestaltet. „Die Resonanz hat uns dazu ermutigt, dies im nächsten Jahr mit Künstlern aus einer anderen Kommune des Kreises fortzusetzen“, sagte er.

Becker kündigte außerdem an, dass die Kooperation zwischen der Bertha-von-Suttner-Schule und Otto Schaffner, aus der eine Baumskulptur für den Schulhof entstand, demnächst weiter geführt werde. „Die Schüler der Kunstkurse werden eine Skulptur zur Thematik Solarstadt für den Kreisel in der Gerauer Straße anfertigen“, sagte der Rathauschef.

Nach der Finissage des Skulpturenparks wird in den nächsten Wochen nach und nach die Kunst aus der Grünanlage verschwinden und das Areal wieder zum Bürgerpark. Die Werke der Preisträgerin Ingrid B. Honneth werden im Herbst 2012 in einer Einzelausstellung in der Kommunalen Galerie wieder zu sehen sein. Dort wird ab Oktober der Preisträger des vergangenen Jahres ausstellen. Die Jury hatte 2010 Stephan Grubers großformatige Frauenfiguren mit dem Titel „Nur für dich – fünfteilige Gruppe“ beim Skulpturenpark „Park-Sichten“ ausgezeichnet. (tij.)

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