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Das Gesundheitsamt in Groß-Gerau, wo es an der Kreisklinik einen Corona-Drive-In gibt, will mit Tests herausfinden, ob sich die Gäste von zwei Hochzeitsfeiern in Kelsterbach mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben oder nicht.

Groß-Gerau

Infektionszahl nach Hochzeitsfeiern steigt weiter an

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Nach zwei Hochzeitsfeiern werden 300 Gäste getestet, ob sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben. 160 Menschen sind in Quarantäne.

Update vom 21.08.2020, 16.35 Uhr: Die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus im Kreis Groß-Gerau ist weiter deutlich angestiegen. Im Vergleich zum Donnerstag wurden am Freitagnachmittag 28 neue Fälle vom Gesundheitsamt in Groß-Gerau registriert.

Seit Beginn der Pandemie haben sich nun 757 mit dem Erreger infiziert. 588 Personen gelten inzwischen als genesen, 15 Infizierte sind gestorben. Die 7-Tages-Inzidenz des Kreises ist inzwischen auf 29 Fälle pro 100.000 Einwohner angestiegen. Das ist nach Offenbach (51,3) die zweithöchste Infektionsrate in Hessen.

30 Corona-Infektionen nach Hochzeitsfeiern in Kelsterbach

Der Kreis Groß-Gerau teilte am Freitagnachmittag nach zwei Hochzeitsfeiern eines Brautpaars in Kelsterbach am 7. und 14. August 2020 mit einmal 100 und einmal 160 Gästen seien mittlerweile 30 Menschen (Stand: Freitag, 21. August, 14 Uhr) positiv auf Covid-19 getestet worden.

Auch Braut hat sich mit dem Coronavirus infiziert

Besonders betroffen sei eine Familie des Hochzeitspaars. Auch die Braut habe sich infiziert. Angela Carstens, die Leiterin des Groß-Gerauer Gesundheitsamtes, berichtete, dass eine Bekannte der Braut, die Erkältungssymptome aufgewiesen habe, später positiv auf den Erreger getestet worden sei. Die Frau habe in einem „engen Kontakt“ zur Braut gestanden, so Carstens.

Corona im Kreis Groß-Gerau: 160 Hochzeitsgäste in Quarantäne

Der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Walter Astheimer (Grüne) teilte am Freitag in Groß-Gerau mit, die 160 Hochzeitsgäste der zweiten Feier seien inzwischen ermittelt worden und in häuslicher Quarantäne. Ein achtköpfiges Team des Kreisgesundheitsamts sei „rund um die Uhr mit der Nachverfolgung beschäftigt“. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Infektionsverläufen nachzugehen und die Infektionsketten zu unterbrechen“, äußerste Astheimer.

Ute Kepper, die Leiterin des Untersuchungsteams im Kreisgesundheitsamt, geht davon aus, dass sich die Zahl der bestätigten Infektionen im Zusammenhang mit den Hochzeitsfeiern in den nächsten Tagen noch weiter erhöhen wird. Derzeit würden die Kontaktpersonen der Hochzeitsgesellschaft sowie deren Kontaktpersonen ermittelt.

Mörfelden-Walldorf: Zwei Schulklassen und Lehrkräfte in Quarantäne

Die Hochzeitsfeier vom 14. August hat auch unmittelbare Folgen für die Bertha-von-Suttner Schule in Mörfelden-Walldorf. Weil eine Lehrerin bei der Hochzeitsfeier als Gast anwesend war, sind mittlerweile zwei Klassen mit 48 Schülerinnen und Schüler sowie einige Lehrkräfte in Quarantäne geschickt worden. Der Unterricht geht aber nach derzeitigem Stand am Montag in den anderen Klassen regulär weiter.

Corona in Groß-Gerau: Maskenpflicht im Unterricht erweitert

Seit Freitag müssen auch an allen Schulen in Mörfelden-Walldorf – wie schon an denen in Rüsselsheim, Raunheim, Kelsterbach, Bischofsheim und in Ginsheim-Gustavsburg – Masken auch während des Unterrichts getragen werden. Eine entsprechend erweiterte Allgemeinverfügung des Landkreises, die vorerst bis zum 30. August gilt, war am Freitag um 0 Uhr in Kraft getreten.   Mörfelden-Walldorfs Bürgermeister Thomas Winkler (Grüne) äußerte: „Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei. Wir müssen uns alle an die Regeln halten und uns gut überlegen, ob aktuell der richtige Zeitpunkt für große Feiern ist.“

Update vom 20.08.2020, 20.45 Uhr: Nach zwei Hochzeitsfeiern eines Brautpaars in Kelsterbach im Kreis Groß-Gerau am 7. und 14. August hat sich die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Personen vervierfacht: Nachdem den Behörden am Mittwoch zunächst vier Infektionen bekannt waren, sind mittlerweile 16 Menschen positiv auf Covid-19 getestet worden. Im Zusammenhang mit den beiden Feiern seien inzwischen 160 Menschen, die auch in anderen Landkreisen und Bundesländern wohnen, in Quarantäne, teilte Kreissprecher Volker Trunk am Donnerstag mit. Ein großer Teil der Hochzeitsgäste sei von sich aus bereits zu einem Testzentrum gegangen. Allerdings lägen noch nicht alle Testergebnisse vor.

Corona im Kreis Groß-Gerau: Schulkasse in Quarantäne

Wegen der Hochzeitsfeier ist mittlerweile auch eine Klasse einer Gesamtschule in Mörfelden-Walldorf in Quarantäne, weil ein Lehrer Gast auf einer der beiden Hochzeitsfeiern war und positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Betroffen ist nach Angaben des Kreises auch die Familie des Brautpaars. Ein Hochzeitsgast werde zudem stationär im Krankenhaus behandelt.

Ein Team von acht Leuten ist nach Angaben des Kreissprechers derzeit damit beschäftigt, Infektionsverläufen nachzugehen. Es würden noch mehr positive Tests erwartet, und auch Kontaktpersonen von Gästen der Hochzeitsfeiern müssten sich gegebenenfalls in häusliche Quarantäne begeben.

Corona im Kreis Groß-Gerau: Zweithöchste Infektionsrate in Hessen

Mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz sagte der Walter Astheimer (Grüne) der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent des Kreises, am Donnerstagnachmittag während einer Pressekonferenz in Groß-Gerau: „Wir hoffen, dass wir nicht über 35 kommen.“ Die Inzidenz ist eine wichtige Kennziffer für die Entwicklung der Pandemie. Sie gibt Auskunft über die Neuinfektionen binnen einer Woche pro 100 000 Einwohner. Die Kennziffer stieg im Kreis Groß-Gerau am Donnerstag auf 25,4 Fälle pro 100.000 Einwohner. Das ist nach Offenbach (39,0) der zweithöchste Wert in Hessen.

127 Menschen im Kreis Groß-Gerau in häuslicher Quarantäne

Seit März wurden im Kreis 729 vom Gesundheitsamt registriert. Im Vergleich zum Mittwoch gab es einen Anstieg um 14 Fälle. 127 Menschen aus dem Kreis Groß-Gerau befanden sich am Donnerstag in häuslicher Quarantäne. 585 Corona-Infizierte gelten inzwischen als genesen. Im Kreis sind zudem seit Beginn der Pandemie 15 Menschen gestorben, die mit dem Coronavirus infiziert waren.

Vize-Landrat Astheimer sagte am Donnerstag, der Kreis habe bereits in den vergangenen Tagen mit dem Erlass von Allgemeinverfügungen auf die steigende Zahl an Neuinfektionen reagiert. Unter anderem gilt seit Montag für die Schulen in Rüsselsheim, Raunheim, Kelsterbach, Bischofsheim und Ginsheim-Gustavsburg – abweichend von der Regelung in Hessen – eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasenbedeckung auch während des Präsenzunterrichts im Klassen- oder Kursverband. Darüber hinaus darf kein praktischer Schulsportunterricht stattfinden.

Maskenpflicht im Unterricht auch in Mörfelden-Walldorf

Von Freitag, 21. August, 0 Uhr an gilt die Maskenpflicht dann auch für alle Schulen in Mörfelden-Walldorf. Der Kreis hat am Donnerstag die Allgemeinverfügung vom Montag entsprechend ergänzt.

Mit einer weiteren Verfügung, die am Donnertag, 20. August, in Kraft trat, hat der Kreis die Zahl der Menschen bei Zusammenkünften und Veranstaltungen auf maximal 150 Personen beschränkt. Zudem müssen bei Zusammenkünften und Veranstaltungen im öffentlichen Raum Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden.

Bei zwei Hochzeitsfeiern eines Brautpaars, an denen in Kelsterbach 200 und 100 Gäste teilgenommen hatten, haben sich vier Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Ein Gast werde stationär in einem Krankenhaus behandelt, teilte am frühen Mittwochabend Volker Trunk, der Sprecher der Kreisverwaltung in Groß-Gerau, mit.

Corona in Kelsterbach: 300 Gäste auf Hochzeitsfeiern

Erste Gerüchte, denen zufolge bis zu 600 Gäste an den beiden Hochzeitsfeiern am 7. und 14. August teilgenommen hätten, hätten sich nicht bestätigt, sagte Trunk. Das Brautpaar habe am 4. August in Mörfelden-Walldorf standesamtlich geheiratet und dann zwei Mal in Kelsterbach gefeiert. Das Groß-Gerauer Gesundheitsamt will nun alle 300 Hochzeitsgäste testen lassen, um herauszufinden, ob sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben oder nicht.

Unabhängig von diesem Ereignis gelten von diesem Donnerstag an im Kreis Groß-Gerau strengere Versammlungsregeln. Für Zusammenkünfte und Veranstaltungen wird laut einer neuen Allgemeinverfügung des Kreises, die vorerst bis zum 30. August gilt, wird die Anzahl von Besucherinnen und Besuchern – abweichend von der Corona-Verordnung des Landes – auf 150 (bislang 250) Teilnehmende begrenzt. Dies betrifft insbesondere Sport- und Kulturveranstaltungen, gilt aber auch für jede private Versammlung.

Corona in Hessen: Strengere Regeln wegen steigender Infektionszahlen

Zudem müssen im Kreis Groß-Gerau beim Betreten und Verlassen von Gaststätten und Hotels sowie in Gängen – wie etwa beim Weg zur Toilette – wieder Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden. Auch im ÖPNV soll die Maskenpflicht kompromisslos durchgesetzt werden.

Mit den strengeren Regeln reagiert der Kreis auf die steigenden Infektionszahlen. In den vergangenen sieben Tagen wurden 60 neue Infektionen bestätigt. Eine neue Studie aus Frankfurt zeigt zudem, dass in Flugzeugen sich Passagiere mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 anstecken können.

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