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Dichter Verkehr herrscht in der Mörfelder Ortsdurchfahrt Rüsselsheimer Straße.
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Dichter Verkehr herrscht in der Mörfelder Ortsdurchfahrt Rüsselsheimer Straße.

Mörfelden-Walldorf

Zu viele Autos

Für Mörfelden-Walldorfs Bürgermeister Heinz-Peter Becker ist die geplante Südumgehung die einzige Chance, um die Stadt vom Durchgangsverkehr zu entlasten.

Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) bleibt standhaft: „Die Südumgehung ist für die Stadtentwicklung unverzichtbar“, bezog der Mörfelden-Walldorfer Verwaltungschef am Dienstag bei einem Pressegespräch klar Position. Der Magistrat habe in seiner Sitzung am Montag mehrheitlich eine Stellungnahme verabschiedet, mit der die modifizierte Planung für das Vorhaben unterstützt werde.

Die Südumgehung soll den Stadtteil Mörfelden vom Durchgangsverkehr entlasten. Derzeit verlaufen mit der B?44 von Frankfurt nach Mannheim und der B?486 von Rüsselsheim nach Langen zwei stark befahrene Bundesstraßen mitten durch den Ortskern. Die Kosten für die etwa 4,5 Kilometer lange Umfahrung, über die seit Jahrzehnten diskutiert wird, werden auf rund 26 Millionen Euro geschätzt.

Mit dem Ende der Abgabefrist für die Stellungnahmen zur geänderten Planung gehe das Projekt „nun endlich einen Schritt“ voran, erklärte Becker. Ein breites Beteiligungsverfahren zu dem Großprojekt hatte es bereits 2007 gegeben. Anregungen seien nun eingeflossen und hätten das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) Darmstadt bewogen, an einigen Stellen die ursprüngliche Planung zu verändern.

Auch Neuerungen im Umweltrecht und bei Vogelschutzrichtlinien hätten berücksichtigt werden müssen. Im Gegensatz zur ursprünglichen Planung soll nun beispielsweise der Hegbach auf die Südseite der Trasse verlegt werden, um eine Gefährdung von Wohnbebauung durch Hochwasser weitgehend auszuschließen.

Gegner des Projekts, darunter auch die Grünen, hatten in den vergangenen Tagen und Wochen mit Flugblättern vor den Folgen der Südumgehung für die Umwelt gewarnt und die Befürchtung geäußert, dass sich Mörfelden-Walldorf zu einer von Straßen und Schienen abgeschnittenen Verkehrsinsel entwickele. Becker verurteilte die Mobilmachung. Immer wieder werde versucht, die Grundsatzdiskussion über das Vorhaben zu führen.

Dass jetzt nur noch die durch die geänderte Planung betroffenen Anlieger und Verbände erneut zur Stellungnahme aufgefordert worden seien, habe mit Verfahrenstricks nichts zu tun, sondern folge der Rechtsgrundlage, sagte Becker. Die Aktionsgemeinschaft Pro Demokratie, zu der sich Naturschutzverbände und Grüne zusammengeschlossen haben, hatte hieran massiv Kritik geübt.

Becker glaubt zudem nicht, dass sich über die Südumgehung eine Ost-West-Schnellstraßenverbindung entwickeln werde – ein weiterer Kritikpunkt der Gegner. Die Strecke sei rund fünf Kilometer länger als die Route über die A?3, langfristig nur auf zwei Kilometern vierspurig und darüber hinaus keineswegs ampelfrei. „Würde die Südumgehung zur Andienung des Flughafens dienen, wäre sie längst gebaut“, mutmaßte Becker.

Er betonte, dass eine alternative Nordumfahrung überprüft worden sei. Allerdings gebe es für das Stadtgebiet dort nur eine Entlastung von 25 bis 40 Prozent, verglichen mit 50 bis 70 Prozent bei der Südumgehung.

Dass mit den Grünen der Koalitionspartner gegen das Projekt ist, hielt Becker für unproblematisch. „In dem Punkt haben wir immer mit offenen Karten gespielt.“ Im Koalitionsvertrag sei die Umgehung ausgeklammert.

Im nächsten Schritt müssen nun die Stellungnahmen geprüft werden. Danach wird das Regierungspräsidium zu einem Erörterungstermin einladen. Wann ein Planfeststellungsbeschluss abgesegnet ist, sei noch offen. (mz)

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