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Auf der Seite ist das schwer beschädigte Unfallauto im Parkdeck liegengeblieben.
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Auf der Seite ist das schwer beschädigte Unfallauto im Parkdeck liegengeblieben.

Rüsselsheim

Überschlag im Parkhaus

Bei einem Autounfall in einem Parkhaus in Rüsselsheim sind drei junge Männer schwer verletzt worden. Experte warnt vor gefährlichen Manövern.

Ein 18 Jahre alter Rüsselsheimer fuhr am Sonntagabend mit seinem vollbesetzten Auto zum Spaß auf dem obersten Parkdeck umher – möglicherweise zu schnell. Plötzlich brach das Heck des Wagens aus, der Opel-Meriva überschlug sich und blieb auf der Seite liegen.

Zwei der Mitfahrer wurden aus dem Auto geschleudert und schwer verletzt. Ein anderer verletzte sich ebenfalls schwer, wie die Polizei am Montag mitteilte. Vermutlich waren die beiden 18-Jährigen und der 16-jährige Mitfahrer nicht angeschnallt. Sie kamen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.

Der Fahrer des Wagens blieb unverletzt. Am Unfallauto entstand ein Totalschaden in Höhe von rund 10 000 Euro. Noch könne die Polizei nicht definitiv sagen, warum sich der Wagen mit den jungen Leuten so verhängnisvoll überschlagen hat, betont Polizeisprecher Sebastian Trapmann.

Die Faszination, mit einem Fahrzeug auch schneller zu fahren, ungewöhnliche Manöver auszuprobieren, kann Jörg Stoll nachvollziehen. Der 52-Jährige aus Ober-Ramstadt ist Europameister im „Driften“ in der „Street-Klasse“, holte sich den Titel 2013 und 2014. Gas geben, gegenlenken, Handbremse abrupt ziehen – so entstehen beim „Driften“ spektakuläre Bewegungen, die Stoll gemäß seiner Kategorie mit einem „straßennahen“ Modell vollführt.

Stoll hat enge Verbindungen zur „Drift-Schule“ in Hockenheim. Er und sein Kumpel aus Ober-Ramstadt, Dimitri Lust – ebenfalls Europameister – kamen in der „Drift-Schule“ selbst auf den Geschmack und erleben häufig, dass das „Querrutschen“ auch andere in seinen Bann zieht.

Regelmäßig hat er bei Trainings auf Teststrecken Gast-Beifahrer im Cockpit, berichtet Stoll. 90 Prozent von ihnen erzählten, dass sie das „Driften“ selbst schon mal probiert hätten, auf Parkplätzen oder auf Schnee. „Es reizt viele, ein Fahrzeug im Grenzbereich und darüber hinaus zu beherrschen“, hat Stoll in vielen Gesprächen gehört.

Vor allem junge Leute erlebe er oft begeistert von seinem Hobby. Der Ursprung dieser zunehmenden Begeisterung fürs „Driften“ liege sicherlich auch in Filmen wie „Fast an furious“. Darin fahren coole Typen schnelle Autos und wilde Rennen. In einem Teil wird auch ein gefährliches Rennen in einem Parkhaus ausgetragen. Doch das ist Hollywood, inklusive aller Computertechnik.

Ohne Training geht es nicht

In der echten Welt braucht ein Europameister wie Jörg Stoll seit einem Jahrzehnt viel Training, um sein Auto im Griff zu behalten, wie er erzählt. „Das sieht leicht aus, ist aber eine große Kunst.“ Füße, Hände, Augen: Blitzschnelles, sicheres und zielgenaues Zusammenspiel sei nötig – „und aufs ,Popometer‘ hören“, sagt Stoll. Denn mit dem Körperteil, mit dem man im Auto und auf der Straße sitzt, „spürt man genau, was man richtig oder falsch macht“. Mit seinem Hobby gehen Stoll und seine Drift-Kollegen Risiken ein, versuchen diese aber im Cockpit zu minimieren. Wenn er hört, dass sich jemand im Auto nicht anschnallt, kann er nur den Kopf schütteln: „Beim Driften sitzen wir in den Autos mit Sechs-Punkt-Gurten, Helmen, in Schalensitzen, es gibt Überrollkäfige und Feuerlöschanlagen.“

Seine Manöver vollzieht Stoll nur auf Teststrecken. Nie käme er auf die Idee, sie im Straßenverkehr oder gar in einem Parkhaus zu versuchen, sagt er: „Das wäre Wahnsinn; in einem Parkhaus hat man keine Auslaufzonen, keinen Platz für Fehler, jede falsche Bewegung ist dort ein Unfall.“ (loc)

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