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Das Auffüllen des Kiebertsees soll 30 Jahre dauern.

Kreis Groß-Gerau

Kiebertsee bei Trebur: Styropor im Baggersee

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Abbruchmaterial gelangt in den Kiebertsee bei Trebur -  Gemeinde will Verfüllung stoppen

Styropor ist bei der Verfüllung des Kiebertsees in Trebur-Geinsheim ins Wasser gelangt. Der Baggersee im Kreis Groß-Gerau ist durch den Kiesabbau des Dyckerhoff-Kieswerk Trebur entstanden und wird seit drei Jahren mit Aushub von Baustellen zugeschüttet. Wie jetzt bekannt wurde, sind am vergangenen Freitag geringe Mengen von mit Styropor behaftetem Abbruchmaterial im Wasser gelandet. Das teilte Unternehmenssprecherin Christina Henrich mit. Diese seien weder durch die Sichtprüfung mittels Überwachungskamera, noch beim Abkippen in den See erkennbar gewesen.

Kiebertsee bei Trebur: Styropor aus Abbruchmaterial

Das Styropor habe sich dann gelöst und sei später an der Oberfläche im östlichen Bereich des Kiessees geschwommen. „Die Kollegen haben bis heute mit Köchern den größten Teil herausgeholt“, sagte Henrich am Dienstag auf FR-Anfrage. Man habe das Verfüllmaterial sofort reklamiert und die Anlieferung von dieser Baustelle gestoppt. Styropor gelte gemeinhin nicht als Gefahrstoff und nicht als gewässergefährdend. „Deshalb sehen wir derzeit keine Gefahr für den See beziehungsweise das Grundwasser“, so Henrich. Man wolle nun eine Schwemmgutsperre errichten, um das Gewässer zusätzlich zu schützen.

Ob es aber dazu kommt, dass wie geplant 13 Hektar, eine Teilfläche des sogenannten „Altsees“, zugeschüttet werden, ist fraglich. Denn die Gemeinde hat im November beschlossen, die umstrittene Maßnahme vorläufig zu beenden und statt dessen ein Nutzungskonzept zur Naherholung zu entwickeln. Bürgermeister Jochen Engel (Freie Wähler) teilte nach dem jetzigen Vorfall mit: „Das ist einer der Gründe, warum wir endlich eine Lösung finden müssen, um die Wiederverfüllung zu stoppen.“ Man lasse derzeit die Ausstiegsmöglichkeiten der bestehenden Verträge juristisch prüfen.

Zusätzliche Belastung durch Schwerlastverkehr

Ursprünglich hatte die Kommune, die das Areal an Dyckerhoff verpachtet hat, darauf gedrungen, den See teilweise wieder zu befüllen. Dyckerhoff verlangt von den Anlieferern des Bauaushubs bis zu drei Euro pro Tonne, die Gemeinde erhalte davon sechs Cent, so Henrich.

Was in der Gemeinde für Ärger sorgt, ist der Schwerlasterverkehr. Täglich fahren im Durchschnitt 20 Lkw zum Gewässer, um dort jeweils 27 Tonnen Bauaushub abzuladen. Die Maßnahme ist auf 30 Jahre angelegt. Allerdings sei dort nur noch für zwei Jahre Kies zu fördern, so Henrich. Indes läuft bereits der Antrag für ein neues, 80 Hektar großes Abbaugebiet, südlich des Ortsteils Hessenaue. Die Genehmigung dafür steht noch aus.

Kiesabbau schafft Seen rund um Trebur 

Das Kieswerk Trebur wurde vor 45 Jahren gegründet und gehört zur Dyckerhoff GmbH. Unter dem Dach der italienischen Buzzi Unicem Gruppe ist Dyckerhoff einer der führenden Hersteller von Zement und Beton.

Rund um Trebur sind durch den Kiesabbau mehrere Seen entstanden. Der benachbarte See „Vogel“ ist ein ausgewiesener Badesee.

1,75 Millionen Kubikmeter Füllmaterial soll über 30 Jahre in den Kiebertsee gekippt werden. Nicht erlaubt ist Bodenmaterial von Gewerbe-, Industrie und Militärflächen. Es finden laut Firma regelmäßig Kontrollen statt. cka

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