+
Die Vorräte im Rüsselsheimer Salzsilo sind knapp.

Rüsselsheim

Tauwetter zur rechten Zeit

Der Winterdienst in Rüsselsheim istseit Dezember im Dauereinsatz. Bis gestern wurden 905 Tonnen Salz und 120 Tonnen Sole verbraucht. Jetzt sind die Vorräte im Salzsilo knapp.

Die Anforderungen an den Winterdienst in der vergangenen Saison seien "deutlich über normal" gewesen, sagt Jens Will, Leiter der Rüsselsheimer Betriebshöfe. Dieser Winter aber übertreffe auch das noch. Man sehe es deutlich am deutschlandweiten Engpass beim Streusalz. Seit Freitag müssen die Betriebshöfe mit der verbliebenen "eisernen Ration" sparsam umgehen und den Streuumfang auf das Nötigste reduzieren.

Umso dankbarer ist Will für das Tauwetter. Er hofft, dass es noch einige Tage anhält, bis wieder zuverlässig Streusalz geliefert wird. Für nächste Woche rechnet er mit Nachschub für das Salzsilo.

Arbeit in Kälte und Dunkelheit

Auch die Mitarbeiter hätten anstrengende Wochen bei Kälte und Dunkelheit hinter sich. Aus zwei Teams mit je 58 Mann besteht der Winterdienst der Betriebshöfe, seit dem 1. Dezember galt ununterbrochen Rufbereitschaft. Seither gab es an 40 Tagen Einsätze mit vier Großstreuern, an elf Tagen ergänzt von schneeräumenden Fußkolonnen und kleineren Räumfahrzeugen für Gehwege.

Bis gestern wurden 905 Tonnen Salz und 120 Tonnen Sole verbraucht. Die flüssige Sole verringere den Salzbedarf, da sie die Bodenhaftung des Taumittels verbessere und den Tauprozess beschleunige, erklärt Will. Allein die Großfahrzeuge legten bisher rund 10 000 Kilometer zurück und brachten es auf insgesamt 533 Einsatzstunden. Viele Mitarbeiter gehören eigentlich zu anderen Abteilungen als der Straßenreinigung. Sie arbeiten beim Grünflächenamt, der Kanalbereitschaft, der Baumpflege oder der Müllabfuhr.

Dass der Winterdienst bei den Betriebshöfen Abteilungsgrenzen sprengt, zeigte am Sonntag die Überflutung der Bahnunterführung am Rugbyring durch Schmelzwasser und Regen. Eine der beiden Pumpen, die das Wasser der unter Kanalniveau liegenden Unterführung ins Abwassernetz befördern, fiel aus. Die Straße musste gesperrt, der Verkehr umgeleitet werden,die Kanalbereitschaft mit einem Pumpfahrzeug ausrücken. 48 Kubikmeter Wasser wurden ins Klärwerk gebracht.

Zum Kostenfaktor wird der Winter auch durch Frostschäden auf Straßen und Gehwegen. Vor allem durch Eisdruck aus der Verankerung gesprengte Gehwegplatten sind ein Phänomen dieses Winters. Einen Überblick über alle Schäden gebe es noch nicht, sagt Gabriele Wacker von der städtischen Pressestelle. Unsichere Fußwege würden aber mit Flatterband markiert. Mit der Reparatur könne erst bei wärmeren Temperaturen begonnen werden. (plu)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare