Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Streit auf dem Parkplatz endet blutig

Groß-Gerau/Darmstadt 20-Jähriger steht wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Von Sonja Jordans

Was genau geschah am 6. Mai 2011 auf dem Parkplatz eines Groß-Gerauer Einkaufszentrums, wird sich wohl nicht mehr restlos klären lassen. Fest steht: Es gab Streit zwischen zwei Männern. Am Ende trug einer eine Platzwunde und Brüche im Gesicht davon, der andere Verletzungen hinter den Ohren. Wie das kam, versucht seit gestern die Zweite Strafkammer des Landgerichts Darmstadt zu klären.

Ein 20-jähriger Mann ist des versuchten Totschlags angeklagt. Er soll am 6. Mai gegen 18.30 Uhr einen 60-Jährigen mit dem Knie im Gesicht verletzt und den Kopf des Mannes auf den Parkplatz geschlagen haben. Vorausgegangen sei ein Streit, so die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage. Der Ältere habe mit seinem Auto den Wagen, in dem der jüngere Mann als Beifahrer saß, in einem Kreisel geschnitten. Darüber hätten sich der Jüngere und dessen Fahrer derart aufgeregt, dass sie „geschimpft und gestikuliert“ hätten, sagt der 60-Jährige aus. Er habe daraufhin auf dem Parkplatz angehalten, sei ausgestiegen und habe die beiden jungen Männer mit den Worten „Was soll das?“ zur Rede gestellt.

„Hör auf, du bringst ihn um“

So weit ist man sich am Montag einig. Doch dann gehen die Aussagen der Beteiligten auseinander. Der 60-Jährige behauptet, der Angeklagte habe ihm sofort nach dem Aussteigen ins Gesicht geschlagen. Und seine Ehefrau, die mit im Wagen saß, ergänzt, der Angeklagte habe dann den Kopf ihres bewusstlosen Mannes in beide Hände genommen und auf den Boden geschlagen. Kurz zuvor sei ihr Mann gestrauchelt, als er die ersten Angriffe des 20-Jährigen habe abwehren wollen. Sie habe noch gerufen: „Hör auf, du bringst ihn um“, doch der Angreifer habe nur gesagt, dass ihm das „scheißegal“ sei, so die Frau.

Der Fahrer des anderen Autos berichtet, der 60-Jährige sei aus dem Auto gestiegen, auf den 20-Jährigen zugelaufen, „und dann waren die schon zugange“. Der Ältere habe seinen Freund im Nacken festgehalten und ihn rückwärts mit sich gezogen. Dabei sei er gestolpert und mit dem Hinterkopf auf ein parkendes Auto gestürzt. Als er am Boden lag, habe der Jüngere ihm sein Knie ins Gesicht gerammt. Das hatte der Zeuge bei der Polizei ausgesagt. Vor Gericht mag er sich zwar nicht mehr so recht erinnern, doch er weiß noch:„Die haben gerangelt“. Die Ehefrau des Älteren habe ihrem Mann noch zugerufen :„Rainer, hör auf, es ist doch gut.“ Mehr nicht. Dann seien die Streithähne auseinandergegangen, die Polizei rückte an.

Da der Ältere deutlich schwerer verletzt war als der Jüngere, habe sich die Polizei „ihr eigenes Bild“ gemacht, sagt ein Beamter aus. Der Jüngere sei zudem „aggressiv“ aufgetreten. Eine Zeugin gibt an, den Streit mitbekommen, jedoch nicht gesehen zu haben, ob der 20-Jährige den Kopf des Älteren auf den Boden schlug.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare