Groß-Gerau

Streit ums Mittelalter

Zu ihrer 1100-Jahr-Feier plant die Kreisstadt Groß-Gerau einen mittelalterlichen Markt mit Ritterturnier. Jetzt hat eine Weilburger Agentur den Zuschlag für die Ausrichtung erhalten. Prompt regt sich Kritik.

Gross-Gerau. Zu ihrer 1100-Jahr-Feier plant die Kreisstadt Groß-Gerau einen mittelalterlichen Markt mit Ritterturnier und hat dazu mit dem Veranstalter Pro History einen Vertrag geschlossen. Die Agentur für historische Eventgestaltung kommt aus Weilburg an der Lahn. Darüber empört sich Holger Hörstkamp aus Biebesheim. Er betreibt unter dem Titel Heimdalls Erben in der Riedgemeinde eine Firma für mittelalterliche Reitershows und Veranstaltungsplanungen und hat sich ebenfalls um die Ausrichtung des Mittelaltermarkts beworben. Der Markt sei "an einen Bewerber weit außerhalb des Kreises vergeben worden", klagt Hörstkamp.

Die Stadt Groß-Gerau bringt inhaltlichen Gründe für die Entscheidung vor. Man habe nicht das Gleiche machen wollen, was schon mehrere Male im nahegelegenen Biebesheim abgelaufen sei, so Stephan Friedl vom Groß-Gerauer Kulturamt. Vielmehr wolle man sich davon mit dem Fest zum Stadtjubiläum abgrenzen. Das Weilburger Unternehmen habe "ein schönes Konzept" vorgelegt. "So oder so entstehen der Stadt keine Kosten", entkräftet Friedl den Vorwurf Hörstkamps. Der hatte vorgebracht, dass Pro History für den Auftrag viel Geld bekomme, während er den Mittelaltermarkt kostenlos veranstaltet hätte. Friedl: "Eigentlich ist es gang und gäbe, dass solche Agenturen die Veranstaltungen auf eigenes Risiko organisieren."

Dass die Mittelalterveranstaltung über den Eintrittspreis finanziert wird, bestätigt Carolan Lieb von Pro History. Er ist dort für das Kulturprogramm und die Kalkulation zuständig. (gil)Termin für das Mittelalterfest in der Groß-Gerauer Fasanerie ist der 3. bis 6. Juni. Es gibt Ritterturniere, Handwerk, ein Holzkarussell, Katapultschießen und ein Konzert.

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