Darmstadt-Dieburg

Startschuss fürs schnelle Internet

Am 2. September beginnt in Groß-Umstadt der Bau des NGA-Netzes. Der exakte Zeitplan, wann in welcher Kommune des Landkreises gearbeitet wird, soll dann auch genannt werden.

Im April waren im Landratsamt die Verträge mit den 19 Mitgliedskommunen des eigens gegründeten Zweckverbands „NGA-Netz“, dem Kreis und der Telekom unterschrieben worden. Nun geht es endlich los: Der Bau des schnellen Breitbandnetzes, der in den Mitgliedskommunen 95,9 Prozent der Haushalte mit Geschwindigkeiten von 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download und 10 Mbit/s im Upload versorgen soll, startet am Dienstag, 2. September, um 16 Uhr auf dem Marktplatz in Groß-Umstadt. Der exakte Zeitplan, wann in welcher Kommune des Landkreises gearbeitet wird, soll dann auch genannt werden.

Innerhalb von drei Jahren soll das Netz fertig sein, die Glasfaserkabel werden in drei Stufen verlegt: Zuerst kommt der Süden des Kreises dran (Fischbachtal, Groß-Bieberau, Groß-Umstadt, Otzberg, Ober-Ramstadt, Reinheim, Roßdorf, Modautal), dann der Norden (Babenhausen, Dieburg, Groß-Zimmern, Messel, Schaafheim, Eppertshausen) und schließlich der Westen (Erzhausen, Griesheim, Weiterstadt, Pfungstadt, Mühltal).

Vertrag läuft über 20 Jahre

Der Vertrag läuft über 20 Jahre, der Zweckverband zahlt 3,7 Millionen Euro an Beihilfe für Erdarbeiten an die Telekom. Ohne diese Beihilfe wäre es der Telekom nicht möglich gewesen, die 19 Kommunen möglichst flächendeckend zu versorgen, hatte Telekombeauftragter Ulrich Adams bereits im Frühjahr gesagt.

280 Kilometer Glasfaser werden verlegt, 160 davon in bereits vorhandenen Leerrohren. Gebaggert werden müssen also nur 120 Kilometer. Zudem werden 640 Verteilerkästen für die neue Technik ertüchtigt. Der Zweckverband finanziert vor, die Kommunen zahlen es ihm im kommenden Jahr zurück, können die Kosten aber über die Laufzeit des Vertrages abschreiben.

Den größten Teil mit rund 500 000 Euro trägt der Kreis, von den Kommunen zahlen Pfungstadt (278 000 Euro) und Weiterstadt (260 000 Euro) am meisten, das kleine Messel mit knapp 43 000 Euro am wenigsten. Das Netz gehört dann aber der Telekom.

Keine Fördermittel

Die von der Bundesregierung in dieser Woche auf den Weg gebrachte Digitale Agenda kommt für den Kreis aber wohl zu spät. „Da der Zweckverband NGA-Netz mit seinem Projekt jetzt starten wird und voraussichtlich in 36 Monaten fertig sein möchte, bringt die Digitale Agenda keine finanziellen Vorteile für den Zweckverband hier vor Ort“, teilt Kreissprecher Frank Horneff mit. Schon vor Vertragsunterschrift im Frühjahr 2014 habe der Zweckverband alle möglichen Fördermöglichkeiten des Landes, des Bundes und der EU abgecheckt, so Horneff. Zum damaligen Zeitpunkt habe es aber keine Fördermittel gegeben. Lediglich die Möglichkeit eines Darlehens über die Förderbank des Landes Hessen zu einem niedrigen Zinssatz. Diesen wird der Zweckverband für die Vorfinanzierung der Beihilfe in Anspruch nehmen.

Den Ausbau im Auftrag der Telekom übernimmt – wie auch schon im Odenwaldkreis, dort allerdings im Auftrag der Brenergo – die Firma Klenk mit Sitz in Asbach. Beim Startschuss in Groß-Umstadt wird sie das erste Multifunktionsgehäuse für das Breitbandprojekt errichten, dann nach und nach für die nötige Infrastruktur sorgen. Geschäftsführer Udo Klenk schätzt, dass das Netz in der ersten Tranche im Süden des Kreises Mitte des kommenden Jahres fertig sein könnte.

Im Odenwaldkreis hat seine Firma zwischen einem und fünf Kilometer Glasfaserkabel pro Tag verlegt – in 18 Monaten in den 15 Kommunen rund 330 Kilometer. Dort war die vorhandene Infrastruktur aber auch schlechter als im Kreis Darmstadt-Dieburg. (bach)

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