Ober-Ramstadt

Starkregen legt Telefone lahm

Seit Wochen kommen Einwohner von Rohrbach auch nicht mehr ins Internet.

Telefonieren von oder nach Rohrbach? Unmöglich. Viele Einwohner in dem Ober-Ramstädter Stadtteil sind seit Wochen vom Netz abgeschnitten. Entweder rauscht es nur in der Leitung, oder es herrscht absolute Stille. Das Rentnerehepaar Karlheinz und Else Pra bestätigt das: „Seit vier Wochen macht das Telefon keinen Mucks.“

Am 14. Juli haben sie die Störung bei der Telekom gemeldet. Daraufhin seien zwei Techniker da gewesen, die aber nur die Schultern zuckten. Wenn es länger dauere, könnten die Pras für die Zeit eine Gutschrift der Grundgebühr erhalten, wurden sie getröstet. Seitdem haben sie nichts mehr gehört: „Das Telefon ist noch immer tot.“ Während die beiden das relativ gelassen hinnehmen, sind Gerald und Martina Keller mit ihrem Einkaufsmarkt in Rohrbach existenziell betroffen. „Seit Donnerstagabend letzter Woche kommt übers Festnetz keiner mehr zu uns durch“, berichtet Gerald Keller.

Wasser in Kabel eingedrungen

Inzwischen hat er zwar eine Rufumleitung zum Handy, kann aber keine Bestellungen mehr für sein Lebensmittelgeschäft elektronisch übermitteln und muss dafür zu einem Kollegen nach Traisa fahren. Ältere Kunden wollen das Handy aufladen lassen, weil das Telefon zuhause nicht mehr tut. „Aber Handyaufladen geht bei uns natürlich auch nicht“, sagt Keller. Ortsvorsteher Roland hat versucht, übers Handy die Telekom zu erreichen. „Da werden vom Band für eine Verbindung Wartezeiten von bis zu einer Stunde angekündigt. Die Zeit habe er nicht und deshalb E-Mails geschickt, aber auf keine eine Antwort bekommen“, sagt er. Vor allem die fehlende Information seitens der Telekom ärgert ihn maßlos.

„Wir können die Kunde nicht über die Störung informieren, das kann aus logistischen Gründen kein Telekommunikationsanbieter leisten“, sagt ein Telekom-Pressesprecher. Die Kunden der Mitbewerber dürften gar nicht informiert werden, auch dann nicht, wenn sie ebenfalls von der Störung betroffen seien. „Deshalb steht für uns die Entstörung an erster Stelle“, so der Pressesprecher weiter.

Ursächlich für die Störung in Rohrbach ist Regenwasser – wohl infolge von Starkregenfällen –, das in ein Kabel eingedrungen ist. Gestört seien Telefon und Internet. Wasserschaden wirke sich sehr unterschiedlich aus und reiche von schlechter Qualität bis hin zu Komplettausfällen, erläutert der Telekom-Sprecher.

Doch ein Ende ist in Sicht: Die Telekom geht davon aus, dass die Störungen in den nächsten Tagen behoben sein werden. (ers/eda)

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