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Auf der B44 war die Baustellenampel am Dienstag nicht in Betrieb.

Mörfelden-Walldorf

Zwei Baustellen zur gleichen Zeit

Radwegbau und Brückensanierung belasten die B44 erheblich. Seitens der Stadtverwaltung räumt Hans-Heinrich Viebrock, Referent von Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) ein, dass die interne Abstimmung zwischen Verkehrsbehörde und Tiefbauamt nicht optimal gelaufen sei.

Der neue Radweg östlich der Bundesstraße 44 zwischen der Aschaffenburger Straße in Walldorf und der Industriestraße in Mörfelden ist seit Jahrzehnten geplant. Jetzt wird es ernst: Vor Beginn der Brutzeit im Frühjahr hatte die Verkehrsbehörde Hessen Mobil Bäume für das Projekt roden lassen, am Montag haben die Arbeiten begonnen. Den knapp drei Kilometer langen Radweg lässt sich Hessen Mobil rund 850 000 Euro kosten.

Der erste Bauabschnitt dient der Anbindung Walldorfs an den bestehenden Radweg am Knotenpunkt B 44/Aschaffenburger Straße. Für die Arbeiten wird die B 44 immer wieder halbseitig gesperrt, der Verkehr über eine Baustellenampel geregelt. Schon zu normalen Zeiten würde das den Berufsverkehr behindern. Da die Stadt momentan aber auch die Bahnbrücke in der Aschaffenburger Straße sanieren lässt und die Hauptverbindung von Walldorf zur B 44 gekappt ist, hat das zu Wochenbeginn zu chaotischen Verhältnissen geführt.

Nicht optimal gelaufen

Seitens der Stadtverwaltung räumt Hans-Heinrich Viebrock, Referent von Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) ein, dass die interne Abstimmung zwischen Verkehrsbehörde und Tiefbauamt nicht optimal gelaufen sei. Im April hatte die Stadtverordnetenversammlung den Zeitplan für die rund 480 000 Euro teure Brückensanierung beschlossen. Hessen Mobil hatte zuvor schon die Bäume gerodet und den Baubeginn für den Radweg für August in Aussicht gestellt.

Im Mai gab es dann einen Abstimmungstermin bei Hessen Mobil, zu dem die Verkehrsbehörden des Kreises Groß-Gerau und der Stadt, nicht aber Mörfelden-Walldorfs Tiefbauamt eingeladen war. Dort war die halbseitige Sperrung angekündigt worden. „Unsere Verkehrsbehörde hat zumindest nicht widersprochen“, räumt Viebrock ein. Allerdings sei damals die Rede davon gewesen, dass die Sperrung auf die Zeit von 9 bis 15 Uhr beschränkt bleiben solle.

Dem widerspricht Jochen Vogel, Pressesprecher von Hessen Mobil für Südhessen. Im Protokoll finde sich kein Hinweis auf zeitliche Einschränkungen, sondern auf Sperrlängen von 200 Metern. Über das städtische Projekt in der Aschaffenburger Straße sei Hessen Mobil Ende Juli informiert worden. „Wir haben dann darauf hingewiesen, dass wir zeitgleich bauen.“

Was die Stadt daraus mache, sei ihre Sache. Ihr eigenes Vorhaben einfach verschieben kann die Stadt nicht, denn für die Brückensanierung muss der Bahnverkehr auf der Riedbahn in zwei Nächten komplett ruhen. Die Bahn hat die Nächte vom 30. auf den 31. August und vom 11. auf den 12. Oktober vorgegeben – und die Vorlaufzeit für derartige Sperrungen im Bahnverkehr beträgt mehr als ein Jahr.

Arbeiten bis Ende November

Zugleich wollte die Stadt aber auch Hessen Mobil nicht bitten, später zu beginnen. „Wir wollten nicht riskieren, dass die Maßnahme verschoben wird und das Geld dann womöglich für andere Projekte abfließt“, erklärt Viebrock. Derzeit suchen die Beteiligten nach Lösungen, wie sich die Auswirkungen auf den Verkehr reduzieren lassen. Mit Ende der Badesaison könnte eventuell die Ampelschaltung am Badesee wegfallen, so Viebrock.

Am Dienstagnachmittag herrschte auf der Baustelle Ruhe, die Ampel war an die Seite gestellt worden. Vogel präzisierte, dass die halbseitige Sperrung dann nötig sei, wenn über die Straße Material angeliefert werde oder beim Radwegebau Sicherheitsabstände eingehalten werden müssten. Nach Arbeitsschluss sei die Straße frei.

Zudem werde es immer wieder Tage geben, an denen auf die halbseitige Sperrung verzichtet werden könne. Gleichwohl: Wer auf der B 44 unterwegs ist, wird sich noch gedulden müssen. Die Brückensanierung soll nämlich bis zum 10. November, der Radwegbau bis Ende November dauern. (mz)

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