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Die rote Farbe zeigt, wo Wärme entweicht.

Mörfelden-Walldorf

Verheizte Energie

Die Wärmekamera zeigt Schwächen am 1974 erbauten Rathaus. Eine Sanierung ist dringend nötig. Bis zum Ende des Jahres soll sie abgeschlossen sein.

Für eine Wärmebildkamera ist es ein optimaler Tag: Vor dem Rathaus knackige Januarkälte, das Innere des Gebäudes erwärmt von Heizungen und dem Arbeitseifer der 60 Angestellten. "Wir brauchen einen großen Temperaturunterschied, um die Wärmeverluste, die nach außen gehen, gut sehen zu können", erklärt Peter Paul Thoma, Mitarbeiter des Ingenieur- und Sachverständigenbüros PPT. Im Auftrag des Energieversorgers Mainova untersucht er das Mörfelder Rathaus mit einer Wärmebildkamera. Die Aufnahmen sollen vor der anstehenden Sanierung des Betonbaus dokumentieren, wo Schwachstellen in der Dämmung sind.

Die Thermografie macht die Wärmestrahlung eines Gebäudes farblich sichtbar. Je höher die Temperatur, desto intensiver die Strahlung. In sattem Rot leuchteten vor allem die Fenster im Display der von Gebäudeenergieberater Lutz Soellner bedienten Kamera auf - hier geht die Wärme verloren, die die Mitarbeiter in den Büros dringend bräuchten.

Anpassung an neue Standards

"Als das Gebäude 1974 erbaut wurde, sind so gut wie keine energetischen Standards umgesetzt worden", sagt Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD). Gemeinsam mit den Kindertagesstätten III und V gehört das Rathaus zu den städtischen Liegenschaften, die für insgesamt 4,5 Millionen Euro vom Konjunkturprogramm profitieren. Der Bau soll in den kommenden Monaten neue Fenster erhalten, außerdem werden Dach und Fassade gedämmt. Nach einem vorab erstellten Gutachten werden damit dann auch die Anforderungen der neuen Energieeinsparverordnung eingehalten. 3,3 Millionen Euro sind für die Sanierung vorgesehen. Während die Heizkosten für das Rathaus aktuell bei rund 30 000 Euro pro Jahr liegen, geht der städtische Energiebeauftragte Andreas Fröb davon aus, dass durch die Sanierung 50 bis 60 Prozent gespart werden. Außerdem soll für die Mitarbeiter der Aufenthalt in den Räumen wieder behaglicher werden.

"In einigen Büros haben die Mitarbeiter schon etwas vor die Fenster gestellt, weil es so kalt ist, andere haben einen Heizlüfter mitgebracht", sagt der Rathauschef. Die mangelhafte Dämmung wird für die im Winter bibbernden Rathausmitarbeiter aber auch im Sommer zur Qual. Dann nämlich heizen sich die Büros ungehindert auf. Entsprechend wurde bei den Planungen für die Rathaussanierung auch ein effektiver Sonnenschutz berücksichtigt. Im März sollen die Arbeiten beginnen.

"Ende des Jahres müssen wir nach den Anforderungen des Konjunkturpakets mit der Sanierung fertig sein", sagt Becker. Dann sollen erneut bei knackiger Kälte Aufnahmen des sanierten Gebäudes gemacht werden - um zu sehen, ob die Arbeiten auch richtig ausgeführt wurden. (ers )Bei einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 14. März, können sich Bürger von 14 bis 18 Uhr im Mörfelder Rathaus über die Sanierung informieren.

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