Mörfelden-Walldorf

Stadt setzt auf die Kraft der Sonne

Die Stadt Mörfelden-Walldorf hat ein neues Solarförderprogramm aufgelegt. Neue Förderrechtlinien sollen dazu beitragen, dass mehr Sonnenkollektoren genutzt werden.

Beim Energie- und Klimaschutzmanagement zählt die Stadt Mörfelden-Walldorf zu den Vorreitern in Hessen. Mit neuen Förderrichtlinien will sie jetzt dazu beitragen, dass mehr Sonnenkollektoren zur Wärmeerzeugung genutzt und dezentrale Stromspeicher installiert werden.

Die Stadt engagiert sich seit Langem für den Klimaschutz. Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) sieht insbesondere noch „enorme Potenziale“ bei der Nutzung von Solarenergie. Ziel der Stadt ist es, den Anteil der Solarenergienutzung am Gesamtenergiebedarf in der Stadt von heute knapp fünf Prozent deutlich zu erhöhen. Bis 2020 soll die Anlagenleistung von 5,5 von zehn Megawatt gesteigert werden.

Um das zu erreichen, sollen Anlagen bis zu 30 Kilowatt (kW) Leistung förderfähig sein. Bislang lag die Obergrenze bei zehn Kilowatt. Je Kilowatt Leistung gibt es eine Förderung von 30 Euro.

Ein großes Thema war bislang die Einspeisung des Stroms in die Netze. Eine alternative Lösung könnten viele kleine dezentrale Stromspeicher sein. „Dann ließe sich der tagsüber erzeugte Strom in den Abendstunden abrufen“, sagt Mörfelden-Walldorfs Energieberater Andreas Fröb.

Bis zu 4000 Euro Förderung

In solchen Speichern kann auch überschüssiger Netzstrom „zwischengelagert“ werden, was sogar vergütet wird. Für Speicher bis zu fünf Kilowattstunden (kWh) zahlt die Stadt 100 Euro je kWh, von fünf bis zehn kWh sind es 65 und von zehn bis 15 kWh 50 Euro je kWh.

Auf der neuen Kita XI in der Okrifteler Straße hat die Kommune eine Fotovoltaikanlage mit einer Spitzenleistung von zehn kW installiert. Der Stromspeicher ist auf acht kWh ausgelegt. Würde ein Privatmann diese Anlage bauen, erhielte er von der Stadt 300 Euro für die Fotovoltaikanlage und 520 Euro für den Stromspeicher. Hinzu käme der Zuschuss des Bundes. Insgesamt 3000 bis 4000 Euro Förderung von Stadt und Bund seien drin, rechnet Fröb vor. Die Kosten für die Fotovoltaikanlage beziffert er netto auf 12 000 Euro, die für den Speicher auf 6000 Euro – die Förderquote liegt also bei rund 20 Prozent. „Das Ganze amortisiert sich in zehn Jahren“, sagt Fröb.

Ferner will Mörfelden-Walldorf verstärkt Sonnenwärme für die Warmwasseraufbereitung und zur Heizungsunterstützung nutzen. Nach Aussagen Beckers war die Sonnenwärme bislang ein Stiefkind in der bundesweiten Förderung. Wird die Kollektoranlage ausschließlich zur Warmwasserbereitung genutzt, gibt es nun von der Stadt bei einer Kollektorenfläche von drei bis zehn Quadratmetern 500 Euro. Bei elf bis 40 Quadratmetern sind es 50 Euro je Quadratmeter. Dient die Anlage auch der Heizungsunterstützung oder Kälteerzeugung, sind es 1000 Euro beziehungsweise 70 Euro je Quadratmeter. (mz)

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