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Ab 5. August sind die Werke im Bürgerpark zu sehen.

Mörfelden-Walldorf

Skulpturenpark mit Soloschau

Ab 5. August wird der Mörfelder Bürgerpark wieder zur Freiluftgalerie. Doch statt vieler verschiedener Künstler zeigt diesmal nur ei Bildhauer seine Plastiken: Werner Pokorny wird bis 9. September seine monumentalen Stahlskulpturen ausstellen.

Der Mörfelder Bürgerpark wird ab dem 5. August (Sonntag) wieder zur Galerie unter freiem Himmel. Zum 15. Mal können dann zwischen Bäumen und Büschen Kunstwerke bestaunt werden – das Areal an der Blumenstraße/Ecke Parkstraße wird zum Skulpturenpark. Waren in der Vergangenheit immer mehrere Künstler eingeladen, deren Werke am Ende prämiert wurden, haben sich die Organisatoren nach langer Zeit wieder einmal für eine Einzelausstellung entschieden: mit dem bekannten Bildhauer Werner Pokorny.

„Wir sind sehr froh, einen renommierten Künstler wie Werner Pokorny gewonnen zu haben“, sagte Skulpturenpark-Organisator Otto Schaffner bei einem Pressegespräch. Pokorny lebt und arbeitet in Ettlingen und hat eine Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart für allgemeine künstlerische Ausbildung, Schwerpunkt Bildhauerei, inne. Er zeigt zum zweiten Mal Werke in der Mörfelder Freiluftgalerie. Bereits 2004 waren seine Stahlskulpturen im Bürgerpark zu sehen.

Diesmal werden die Besucher sechs aus Cortenstahl gefertigte Großplastiken des 63 Jahre alten Bildhauers betrachten können. Dieser wetterfeste Baustahl setzt eine oberflächliche Rostschicht an, die das Material selbst jedoch nicht angreift. Grundlage von Pokornys Gestaltung ist das Thema Haus. Der Künstler hat große Bedeutung erlangt durch eine klare Werksprache, die grundlegende Formen wie das Haus in ihrer Reduktion und Symbolkraft immer wieder neu erfasst.

Seine Plastiken berühren bildhauerische Fragestellungen nach Raum, Ort, Volumen, Gewicht, Präsenz und Autonomie von Skulptur. Gleichzeitig stehen sie für existenzielle, menschliche Zustände des Einzelnen und der Gesellschaft, was sich im Spiel von Gleichgewicht und Formbewegung im Raum offenbart.

„Er legt dabei sehr viel Wert auf handwerkliche Genauigkeit“, erläutert Kunsthistorikerin Isa Bickmann am Dienstagvormittag bei der Vorstellung des Programms. Isa Bickmann wird bei der Vernissage sowohl Pokornys Schaffen als auch seine im Bürgerpark ausgestellten Werke vorstellen.

Auch der Künstler wird zur Eröffnung seiner Ausstellung kommen. Werner Pokorny sagt über seine Skulpturen: „Die offenen Häuser erweisen sich eigentlich bei genauerer Betrachtung als Durchgänge, Tore, als keineswegs Schutz bietende Räume zum Bleiben, sondern lediglich als Schleusen des Daseins, in das wir ein- und ausgehen, unwiederholbar, einmalig.“

Mit der Ausstellung der Stahlskulpturen von Pokorny wird erst zum zweiten Mal eine Soloschau im Mörfelder Bürgerpark gezeigt. Bei der zehnten Auflage war es Ottmar Hörl, der das Areal mit seinen Plastiken ausstattete. Er ist inzwischen Schirmherr der Veranstaltung in Mörfelden. „Dass nun Pokorny dabei ist, zeigt die Bedeutung des Skulpturenparks“, freut sich Otto Schaffner.

Die jährliche Open-Air-Veranstaltung der Stadt Mörfelden-Walldorf, die Bestandteil des Kultursommers Südhessen ist, wurde 1997 von Kathrin Gordan, E. R. Nele und Otto Schaffner initiiert. Sie ist Bestandteil des Kulturprogramms der Stadt. Zahlreiche Künstler haben dort bereits ihre Werke ausgestellt, etwa Christa von Schnitzler, Nicola Falley, Gotthelf Schlotter, Ottmar Hörl, Vera Röhm, Sebastian Kuhn, Reinhard Buxel, Kai Richter, Wanda Pratschke und Thomas Vinson. Zur Eröffnung kommen jedes Jahr hunderte Besucher aus der Region. (tij.)

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