Robert Wintermayr bleibt

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Kreis Groß-Gerau BG Ried-Aufsichtsrat scheitert erneut mit Kündigung des Vorstands

Dem Aufsichtsrat der Baugenossenschaft (BG) Ried ist es zum zweiten Mal nicht gelungen, dem Vorstandsvorsitzenden Robert Wintermayr zu kündigen. Auf der Versammlung am Dienstag stimmten die Vertreter der Suspendierung und Kündigung des Ökonomen nicht mit der erforderlichen Dreiviertelmehrheit zu. Diese Tagesordnungspunkte erreichten lediglich 74 und 73 Prozent der Stimmen. Dies teilte Aufsichtsratsvorsitzender Horst Gölzenleuchter, Bürgermeister von Büttelborn (SPD), gestern mit.

"Ich sehe mich durch das Abstimmungsergebnis rehabilitiert", sagte Wintermayr. Obwohl der Aufsichtsrat sein Ziel nicht erreicht hat, wertet auch Gölzenleuchter das Abstimmungsergebnis als Vertrauensbeweis. Schon im Oktober war der Aufsichtsrat am Votum der Vertreter gescheitert. Damals waren 60 Prozent gegen eine fristlose Kündigung. Die Vertreter nehmen die Interessen der Mieter in der Baugenossenschaft wahr.

Die Hintergründe für diesen schweren Konflikt zwischen Aufsichtsrat und Vorstand sind schwer zu durchschauen. Beide Parteien führen eine Reihe von Rechtfertigungen für ihre Position an. Beide haben gegen den jeweils anderen Anzeige erstattet. Gegen Wintermayr liegt eine Klage wegen des Verdachts der Untreue vor. Der Aufsichtsrat wirft ihm vor, eine angeblich private Rechtsanwaltsrechnung auf Kosten der BG Ried begleichen zu wollen. Zudem werden ihm Versäumnisse im Zusammenhang mit dem Bau einer Seniorenresidenz am Frankfurter Rebstock angelastet.

Wintermayr wiederum hat Strafanzeige gegen das Vorstandsmitglied Jürgen Unger und einige Mitglieder des Aufsichtsrats wegen des Verstoßes gegen das Datenschutzgesetz gestellt. Unger hatte im Dezember zugegeben, während Wintermayrs Abwesenheit Einsicht in seinen Laptop genommen zu haben. Beide Parteien behaupten, nun eine gedeihliche Zusammenarbeit zu wünschen.

Wintermayrs Rechtsanwalt Thomas Schmitz verzichtet daher vorerst darauf, gegen den Aufsichtsrat juristisch vorzugehen. Er hatte mit Klage gedroht, wenn seine Rechnung nicht bezahlt wird. "Ich möchte der Baugenossenschaft Ried ermöglichen zu klären, wie die Rechnung gezahlt werden kann", sagte Schmitz. Er lässt keinen Zweifel daran, dass Wintermayr seine Dienste nur beanspruchte, weil er durch die zwischenzeitliche Suspendierung durch den Aufsichtsrat zu Rechtsbeistand gezwungen war. "Das ist keine private Rechnung", so Schmitz.

Die Befugnisse Wintermayrs wurden durch die Vertreterversammlung eingeschränkt. Durch eine Satzungsänderung erreichte der Aufsichtsrat, dass Wintermayr künftig nur gemeinsam mit einem anderen Vorstand oder einem Prokuristen größere Entscheidungen treffen darf.

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