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Die Unterrichtsräume sind schallisoliert. Da dringt kaum Gitarrensound nach draußen.

Mörfelden-Walldorf

Kaum ein Ton zu hören

Die städtische Musikschule findet in der Walldorfer Tannenstraße endlich ein eigenes Quartier.

Es riecht noch etwas nach Plastik und Reinigungsmittel. Die Wände strahlen schneeweiß. Auf dem Boden ist flächendeckend ein purpurroter Teppich ausgelegt. Seit kurzem gehen Woche für Woche knapp 200 Musiker über diesen roten Teppich - und es sollen mehr werden. Die Musikschule der Stadt Mörfelden-Walldorf hat im Sommer neue Räume in Walldorf bezogen. Am Dienstagnachmittag schauten sich die Mitglieder des Magistrats gemeinsam mit Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) die Unterrichtsräume in der Tannenstraße an.

Komplett eingerichtet ist das neue Domizil der städtischen Musikschule zwar noch nicht. Leiterin Corinna Probst findet es dort trotzdem schon anheimelnd: "Es ist schön, dass wir endlich eigene Räume haben." Denn bis vor dem Umzug waren die knapp 210 Musikschüler aus Walldorf und ihre 16 Dozenten nur Gäste in der Wilhelm-Arnoul-Schule und mussten nach den Stunden immer wieder alles in Ordnung bringen. "Jetzt kann man die Sachen auch mal stehen lassen und alles nach unseren Bedürfnissen einrichten", sagt Probst.

Untergekommen ist die städtische Musikschule im ersten Stockwerk in einem Haus in der Tannenstraße. Die sieben Räume verteilen sich auf 170 Quadratmeter. Der Umzug sei dringend nötig gewesen, da die genutzten Räume in der Arnoul-Schule immer öfter von der Grundschule selbst in Anspruch genommen wurden, so der Bürgermeister. Wegen der Umsetzung des Ganztagsschulkonzepts wäre die Nutzung dort in den nächsten Jahren nicht mehr möglich gewesen.

Auch im Stadtteil Mörfelden ist die Musikschule bereits seit einigen Jahren in eigenen Räumen untergebracht. 800 Musikschüler gibt es in Mörfelden-Walldorf, von den Kleinsten in der musikalischen Früherziehung bis zu den musischen Erwachsenen. Unterricht für so gut wie alle Instrumente wird dabei angeboten - von Blockflöte, Klarinette und Saxophon über Geige und Gitarre bis zum Schlagzeug.

Wände gedämmt

Bis in den neuen Räumen in Walldorf eifrig von den Schülern musiziert werden konnte, mussten dort noch einige Geräusch mindernde Maßnahmen getroffen werden. Der Boden wurde gedämmt, die Übungszimmer sind schalldicht ausgekleidet und mit extra dicken Türen versehen. "Jetzt sind nur noch die Saxophon-Spieler ein wenig zu hören", sagt die Leiterin.

Den Vermieter stören die verbliebenen Geräusche der Musikinstrumente herzlich wenig - schließlich ist er vom Fach: Alfred Pfortner, Leiter des städtischen Sinfonieorchesters und Inhaber des Musikhauses, das sich im Erdgeschoss des Gebäudes befindet, hat die Räume an die Stadtverwaltung vermietet. Zehn Jahre laufe der Mietvertrag, informierte Becker.

An sieben Tagen in der Woche wird nun in der Tannenstraße an den Instrumenten geübt. Dienstags und mittwochs sind die Unterrichtsräume bereits voll ausgelastet. Für die restlichen Tage füllen sich die Listen, das Angebot soll noch erweitert werden.

Die musikalische Früherziehung bleibt trotzdem in der Waldenser-Schule. Auch die Schlagzeug- und Klavierspieler bleiben für ihre Stunden in einen Raum in der Sporthalle Walldorf. Miete müsse man dafür aber nicht zahlen, betonte Becker.

Wenn Corinna Probst nun über den roten Teppich der Musikschule geht, findet sie außer den nagelneuen Räumen einen weiteren Aspekt gut. "Die Absprache zwischen den Dozenten ist jetzt ganz einfach von Tür zu Tür möglich und man kann schnell ein Ensemble zusammenstellen", sagt sie. Wunschlos glücklich ist die Leiterin der Musikschule aber noch nicht: "Für unsere Dozenten hätten wir gerne noch zwei Klaviere und unsere Gitarrenlehrer brauchen Verstärker für den Unterricht." (eda)

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