Dem Juristen Hans-Joachim Oschinski fällt das Paragrafenstudium leicht.
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Dem Juristen Hans-Joachim Oschinski fällt das Paragrafenstudium leicht.

Groß Gerau

Chef der Denkzentrale

Viele Ideen in der Kreisverwaltung kommen von Hans-Joachim Oschinski

Hans-Joachim Oschinski genießt den Ausblick über die Landschaft des nördlichen Mümlingtals. Der Verwaltungsdirektor der Zentralabteilung des Kreises Groß-Gerau ist in Hummetroth, einem kleinen Ortsteil von Höchst, zu Hause. Dort findet der Naturfreund Kraft und Klarheit für seinen Beruf.

Oschinski wurde 1954 in Fulda geboren und studierte Rechtswissenschaft in Gießen. Viele Jahre war er beim Regierungspräsidium Darmstadt als Jurist tätig, seit 20 Jahren leitet er die Zentralabteilung des Kreises. Was beinhaltet seine Arbeit? Oschinski lacht: "Was ich mache, frage ich mich jeden Tag aufs Neue. Im Grunde verwalte ich hier eine Art Gemischtwarenladen." Im Verwaltungsdeutsch: "Es geht darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Lebensqualität der Bürger sowohl gegenwärtig als auch vorausschauend zu gewährleisten."

Position zum Flughafen

In Kontakt zu Landrat Thomas Will (SPD) und dem engsten Mitarbeiterstab betreibt Oschinski mit seinem Team eine "Gedankenfabrik". Zur einen Hälfte ist er im Kreishaus tätig, zur anderen Vorstandsvorsitzender des Zweckverbands Riedwerke. Seit 2003 ist er Vorstandsmitglied, seit 2006 Steuermann der Holding mit zehn Mitarbeitern.

In der Dachorganisation geht es um optimale Strukturierung und Vernetzung der Wasserversorgung und Abfallentsorgung sowie des Verkehrsmanagements im Kreis. "Reibungslose Abläufe sind heute überall selbstverständlich. Erst, wenn es hapert, merkt man, dass wir da sind", sagt Oschinski schmunzelnd. Die Zentralabteilung der Verwaltung hat die Aufsicht über Brand- und Katastrophenschutz, über das Rechtsamt, die interne Datenverarbeitung des Kreises sowie über das Kreiskrankenhaus.

"Hinzu kommt die Übernahme besonderer Aufgaben nach Weisung des Landrats. Da heißt es: Kümmert euch mal um dies und das", führt Oschinski salopp aus. Kümmern um was? "Es geht immer ums Vordenken. Etwa beim Prozess des Kreises in Sachen Flughafen. Wir setzen Diskussionsprozesse in Gang, geben Entwürfe ein, machen Vorschläge, wie wir uns in bestimmten Situationen zu Projekten verhalten."

In der Rechtsabteilung geht es um juristische Prozesse, die einerseits der Kreis führt, andererseits Bürger gegen den Kreis anstrengen. Große Themen sind etwa Hartz IV oder auch Bau- oder Abrissprozesse, veranschaulicht Oschinski. "Wir haben die gesamte rechtliche Beratung und Betreuung des Kreises inne."

Die elektronische Datenabteilung umfasst zwei Rechenzentren. "Kommunikation, Telefontechnik und Internet werden von uns organisiert, auf den neusten Stand gebracht sowie auf Sicherheit überprüft." Die Riedwerke sind in einzelnen Unternehmen organisiert - Oschinski und sein Trupp führen die Dinge bei der Holding zusammen und geben die Marschrichtung vor.

"Soziale Werte leiten uns", betont Oschinski. "In den Teams würde ohne gute Leute nichts laufen. Selbstständiges, kreatives Arbeiten ist unabdingbar. Natürlich behalte ich mir letzte Entscheidungen vor, aber die Entwicklung kommt im gemeinsamen Gedankenaustausch voran." ( lot)

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