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Das triste Gelände soll durch die Umgestaltung französisches Flair erhalten.

Mörfelden-Walldorf

Bahnhofsplatz wird schöner

Die Neugestaltung des Walldorfer Bahnhofsumfeldes nimmt Formen an. Rund 4,5 Millionen Euro sollen investiert werden, um das eher triste und wenig einladende Areal in einen Platz mit französischem Flair zu verwandeln.

Allein kann die Stadt, der im laufenden Haushalt rund 16,4 Millionen Euro fehlen, das Projekt aber nicht stemmen. Deshalb soll bis Ende Februar der Zuschussantrag beim Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Darmstadt gestellt werden. Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) rechnet mit einem Zuschuss von etwa 50 Prozent. Vom ASV gebe es Signale, dass das Vorhaben als notwendig angesehen werde.

Ursprünglich hatte Becker den Zuschussantrag bereits Ende September abgeben wollen und im Stadtparlament auf einen Grundsatzbeschluss gedrungen, den SPD und Grüne Ende Juni fassten. Anschließend ergaben sich jedoch Verzögerungen, weil die Bahn zunächst nicht auf das Abstellgleis am Walldorfer Bahnhof verzichten wollte und die Stadt, die den Bahnhof samt 5000 Quadratmeter großem Grundstück von der Bahn gekauft hat, angrenzende Flächen schon fest eingeplant hatte. Mittlerweile hat die Netzabteilung der Bahn erklärt, dass das Gleis entbehrlich sei.

Bei ihrer Sitzung am 15. Februar werden sich die Stadtverordneten nun mit der Detailplanung für das Bahnhofsumfeld befassen. Vorgesehen sind rund 130 Autoabstellplätze in direkter Bahnhofsnähe, 165 bis 180 Fahrradabstellplätze am Bahnhofsgebäude und weitere 30 bis 50 Fahrradabstellplätze östlich der Bahnlinie in der Elsa-Brandström-Straße. Von der Farmstraße her soll ein barrierefreier Zugang zum Bahnhof und zum Gleis in Richtung Groß-Gerau möglich sein, auch die drei geplanten Bushaltestellen samt Witterungsschutz für Fahrgäste sollen barrierefrei sein. Für die Busse werden Buchten angelegt, um den Verkehr auf der Farmstraße nicht zu behindern. Eine Buswendeanlage soll einen Durchmesser von 26 Metern haben, so dass sie auch für Gelenkbusse befahrbar ist.

Das Gleis in Richtung Frankfurt auf dem Mittelbahnsteig wird dagegen trotz der millionenschweren Investitionen ebensowenig barrierefrei zugänglich sein wie die Unterführung. Dies soll in einem späteren zweiten Bauabschnitt erfolgen. In der Vorlage für die Stadtverordnetenversammlung heißt es, dass es sich bei diesen Vorhaben um Eingriffe in die Betriebsanlagen der Bahn handele, was zeitaufwendige Genehmigungsverfahren erfordere.

Der Bahnhofsvorplatz selbst soll künftig nicht mehr vom Verkehr durchschnitten werden. Geplant ist, den Walldorfer Brunnen nahe der Unterführung stärker hervorzuheben. An den sogenannten Brunnenplatz schließt sich der Bahnhofsplatz mit zwei ebenerdigen Wasserspielen an. In Richtung Stadtwerkehaus entsteht der Stadtwerkeplatz, auf dem neue Bäume gepflanzt werden. Sitzgelegenheiten sollen zum Verweilen einladen. Mit Bodenstrahlern wollen die Planer zu einer angenehmen Atmosphäre beitragen. Die Bauzeit wird auf ein Jahr veranschlagt.

Bürgermeister Becker sprach von einer „attraktiven Planung“. Noch erarbeitet werden müsse ein Nutzungskonzept für das Bahnhofsgebäude. Für ein Stehcafé im Bahnhof sucht die Stadt derzeit einen Betreiber. Auf 86 Quadratmetern sollen Zeitschriften, belegte Brötchen und andere Backwaren angeboten werden. (mz)

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