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Die 20-jährige Französin (Mitte) arbeitet mit kleinen Gruppen von Schülern.
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Die 20-jährige Französin (Mitte) arbeitet mit kleinen Gruppen von Schülern.

Groß-Gerau

Spaß an Sprache

Die 20-jährige Studentin Charline Gautron belebt den Französischunterricht der Luise-Büchner-Schule. Sie hatte sich beim Pädagogischen Austauschdienst (PAD) des Kultusministeriums um einen Platz an einer deutschen Schule beworben

Bonjour, ça va – hallo, wie geht’s?“, begrüßt Charline Gautron Schüler der Luise-Büchner-Schule (LBS) in Groß-Gerau zum Französischunterricht. Die achte Klasse gehört zu denen, die zurzeit von der jungen Frau als Assistentin begleitet werden. In Kleingruppen der siebten bis zehnten Klassen vertieft sie französische Konversation und Textverständnis, ermuntert zum Schreiben eigener Texte und übt Theaterstücke ein.

„Ziel ist es, Französisch als lebendige Sprache zu vermitteln“, sagt Lehrerin Shaun Armstrong. „Die Schüler sind begeistert von der Erfahrung, eine junge Frau aus Frankreich kennen zu lernen. Die Fremdsprache wird ihnen damit über das Lehrbuch hinaus nahe gebracht.“ Die gebürtige Schottin ist seit elf Jahren Lehrerin für Englisch und Französisch an der LBS und zuständig für internationale Beziehungen. Es sei Jahre her, dass zuletzt eine Assistentin aus England an der Schule war, sagt sie: „Man muss Glück haben, um einen Platz zu ergattern.“

Charline Gautron (20) ist in Bourges, knapp 200 Kilometer entfernt von Paris, aufgewachsen und studiert in Straßburg Deutsch, um Dolmetscherin zu werden. Sie hat sich beim Pädagogischen Austauschdienst (PAD) des Kultusministeriums um einen Platz an einer deutschen Schule beworben. Das Bildungsprogramm wendet sich an europäische Deutschstudenten sowie an Studierende aus Übersee und China. „Rund 600 Schulen bundesweit signalisieren Interesse, knapp 200 bekommen über das Staatliche Schulamt eine Assistentin zugewiesen“, erklärt Sabine Koch, Schulleiterin der LBS. „Hessenweit sind wir 15 französischsprachige Teilnehmer“, sagt Charline. Sie spricht hervorragend Deutsch, hat ihr Abitur in französischer und deutscher Sprache abgelegt und über Heinrich Heine und Erich Kästner gearbeitet.

Seit Oktober ist sie im Land, bis Ende Mai bleibt sie. Shaun Armstrong steht der Französin über die Schule hinaus mit Rat und Tat zur Seite. Dazu gehören für die pferdebegeisterten Frauen auch Ausritte durchs Ried und in den Odenwald. „Wenn es meine Zeit erlaubt, mache ich auch kurze Städtereisen“, sagt Charline, denn das Programm des PAD lebt vom Geben und Nehmen: Während Schüler sich für die französische Sprache begeistern, hat die angehende Dolmetscherin die Chance, Land und Leute kennen zu lernen.

Ausflug nach Straßburg

Als Assistentin im Unterricht allerdings ist Deutschsprechen tabu. „Man merkt den Erfolg der Kleingruppenarbeit schnell. Die Schüler werden sicherer in der französischen Aussprache und erweitern ihren Wortschatz. Der lockere Rahmen, den Charline bietet, nimmt die Angst vor Bewertung und fördert das Interesse an der Sprache“, beobachtet Shaun Armstrong. Ab Klasse sechs werde Französisch als zweite Fremdsprache angeboten, die Resonanz gehe bedauerlicherweise zurück.

Charline erzählt, sie habe ein Lied mit den Schülern getextet. „Es heißt ,C’ est la vie – So ist das Leben’ und dreht sich um Liebeskummer.“ Ausflüge mit Schülern sind geplant, eine Reise nach Straßburg steht auf dem Programm, einen Vorlesewettbewerb soll es geben. Shaun Armstrong sagt: „Die Schüler sind beeindruckt von Charline.“ ( lot)

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