Rüsselsheim

Schüler fliegen aus Bus

Ein Busfahrer wirft sechs Mädchen und Jungen aus einem Stadtwerke-Bus, weil sie nach seiner Ansicht so laut waren, dass er sich nicht mehr auf den Verkehr konzentrieren konnte.

Sechs Mädchen und Jungen der Gerhart-Hauptmann-Schule ist am Freitagmittag in einem Stadtwerke-Bus der Linie 41 die Weiterfahrt in Königstädten untersagt worden, weil sie nach Ansicht des Busfahrer so laut waren, dass er sich nicht mehr auf den Verkehr konzentrieren konnte. Sie wurden kurz vor 14 Uhr an der Haltestelle Bensheimer Straße aufgefordert, den Bus zu verlassen, und mussten zu Fuß nach Hause laufen.

Reinhard Blüm, Leiter der Verkehrsbetriebe, bestätigte gestern den von einem verärgerten Vater geschilderten Fall. Der Vater eines vom Rauswurf betroffenen Mädchens missbilligt das Verhalten der Kinder zwar, zeigt aber kein Verständnis für die Reaktion des Busfahrers.

Die Jugendlichen hätten laut Blüm zuvor "an den Stangen geturnt, sind über die Sitze geklettert, haben geschrien wie die Irrsinnigen und laut rhythmisch geklatscht". Andere Fahrgäste hätten sich gestört gefühlt, dass sie nach vorne in den Bus geflüchtet seien. Blüms Angaben zufolge hatte der Busfahrer die etwa 13 bis 15 Jahre alten Jugendlichen zweimal per Durchsage aufgefordert, ruhiger zu werden. Als sie nicht aufgehört hätten, habe der Fahrer den Bus angehalten, sei nach hinten gelaufen und habe gesagt, dass sie den Bus an der nächsten Haltestelle verlassen müssten, wenn sie nicht aufhörten. Blüm: "Danach haben sie sofort wieder provokativ laut rhythmisch geklatscht." Der Busfahrer habe sich nach Angaben von Blüm an der Haltestelle Bensheimer Straße, wo die Schüler den Bus verlassen haben, vergewissert, dass keine kleinen Kinder darunter seien.

Reinhard Blüm zeigte Verständnis für den Fahrer: "Er ist eine erfahrene Fachkraft im Verkehrsservice und hat in seinen vielen Dienstjahren noch nie jemanden aus dem Bus geworfen." Vielmehr habe er die Jugendlichen gebeten, mit dem Lärmen aufzuhören. Blüm: "Der Busfahrer war nicht mehr in der Lage, die Sicherheit im Bus zu gewährleisten."

Rechtlich sei es möglich, Fahrgäste aus dem Bus zu verweisen. "Der Fahrer hat Hausrecht." Nach Ansicht von Reinhard Blüm hat der Busfahrer "rechtlich so handeln müssen - im Interesse der Sicherheit für alle Fahrgäste." (ers)

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