Rüsselsheim

Schnell durch die Klinik

Mehr als 100.000 Transporte wurden seit der Gründung der Kliniklogistik am Gesundheits- und Pflegezentrum Rüsselsheim mit dem neuen Computersystem abgewickelt. Das erspart Patienten Wartezeit - und entlastee den Pflegedienst.

Seit knapp einem Jahr gibt es die neue Abteilung Kliniklogistik am Gesundheits- und Pflegezentrum Rüsselsheim (GPR). Mehr als 100.000 Transporte wurden seitdem nach einem neuen System abgewickelt, das Patienten Wartezeit erspart und den Pflegedienst entlastet - um 30.000 Arbeitsstunden im Jahr, wie Christoph Harth, Leiter der Kliniklogistik, erklärt.

Der Schlüssel zu mehr Effizienz ist ein Computerdisponent. Während früher der Krankentransport, etwa von der Station zu einer Ultraschall-Untersuchung oder in den Operationssaal, per Telefon organisiert werden musste, übernimmt heute die Software einen großen Teil der Aufgaben. Die Schwester auf der Station sendet lediglich Informationen wie den Abholort und der Zielort, die Art des Transports - Rollstuhl oder Bett - und eventuelle Vorsichtsmaßnahmen, etwa wenn erhöhte Infektionsgefahr besteht. Auch Blut- und Gewebeproben, Materialien und Medikamente müssen bewegt werden.

Das Computerprogramm gibt die relevanten Daten an das mobile Empfangsgerät eines verfügbaren Mitarbeiters weiter. In einer das gesamte Klinikum umspannenden Matrix wird festgehalten, welcher Mitarbeiter womit beauftragt wurde. Hat er einen Transport erledigt, weiß das System, dass er für den nächsten Auftrag zur Verfügung steht, und kann ihm automatisch einen neuen Auftrag zuweisen. Das spart unnötige Wege.

Krankentransport nach Plan

Dennoch "kommen bei 35 Transporten pro Person und Tag im Jahr einige Kilometer zusammen", weiß Harth. Die Transportzeiten zwischen den verschiedenen Punkten habe man mit der Stoppuhr abgelaufen, erklärt Harth. Je nach Transportart ergab das einen bestimmten Zeitbedarf pro Weg, mit dem jetzt kalkuliert wird. Selbst die Wartezeit am Fahrstuhl wird berücksichtigt. Im Schnitt dauere ein Transport innerhalb des Klinikums 15 Minuten. Früher musste die Schwester auf der Station den richtigen Zeitpunkt abschätzen, um rechtzeitig das Ziel zu erreichen.

Der Transportdienst samt Logistik mit 19 Mitarbeitern wurde aus der Pflege ausgegliedert. Nach wie vor sind es vor allem Zivildienstleistende, die Patienten durch die Korridore schieben. Die Pflegekräfte dagegen haben jetzt mehr Zeit für andere Aufgaben, auch für mehr Zwischenmenschliches, wie Harth betont. ( eda)

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