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Der Entwurf des Büro FFM Architekten orientiert sich an der Fassade des Opel-Altwerks. gewobau (2)

Stadtentwicklung

Prämierte Pläne für den „Schandfleck“ in Rüsselsheim

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Eine Jury kürt zwei Frankfurter Architekturbüros zu Wettbewerbssiegern für die Bebauung des Karstadt-Areals im Zentrum der Rüsselsheimer Innenstadt.

Von einem „neuen Kapitel für die Entwicklung der Innenstadt“ spricht Torsten Regenstein, der Geschäftsführer der Rüsselsheimer Gesellschaft für Wohnen und Bauen (Gewobau). 50 Jahre nach der Fertigstellung des früheren Neckermann-Warenhauses, das von 1977 bis zur Schließung im Jahr 2000 ein Karstadt-Kaufhaus war, soll das Areal an der Frankfurter Straße im Zentrum er Rüsselsheimer Innenstadt wieder revitalisiert werden.

Geplant ist der Bau eines neuen Wohn- und Geschäftshauses. Für das Vorhaben hatte die Gewobau im August 2018 einen (nichtoffenen) Einladungswettbewerb ausgelobt, nachdem der Aufsichtsrat im Juni beschlossen hatte, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft das Areal im Zentrum von Rüsselsheim in ihrem Besitz behalten und entwickeln soll. Die Stadtverordneten hatten seinerzeit zudem mit knapper Mehrheit einen CDU-Antrag abgelehnt, den Beschluss des Aufsichtsrats zu revidieren.

14 renommierte Architekturbüros aus der Region nahmen schließlich mit ihren Entwürfen an dem Wettbewerb teil. Das 17 Personen umfassende Preisgericht unter dem Vorsitz des Darmstädter Architekturprofessors Johann Eisele hat nun die eingereichten Entwürfe der beiden Frankfurter Architekturbüros Raumwerk und FFM Architekten als gleichberechtigte erste Preisträger prämiert. Den dritten Preis erhielt das Büro Bitsch + Bienstein aus Wiesbaden. Der Entwurf des Frankfurter Büro BB22 Architekten wurde zudem mit einem Anerkennungspreis gewürdigt. Für den Wettbewerb hatte die Gewobau insgesamt 100 000 Euro ausgelobt. Die beiden ersten Preisträger erhalten je 16 000 Euro, der Drittplatzierte 8000 Euro und für den Anerkennungspreis gibt es immerhin noch 4000 Euro.

Das Architekturbüro Raumwerk will einen Bau mit heller Fassade und raumhohen Fenstern realisieren.

Der parteilose Rüsselsheimer Oberbürgermeister Udo Bausch, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Gewobau ist, äußerte, mit dem Architektenwettbewerb und seinem Ergebnis sei man „dem Ziel, dass ‚der Schandfleck‘ weg kommt, sehr nahe gekommen“.

Beide Siegerentwürfe sehen eine sogenannte Blockrandbebauung entlang der Frankfurter Straße im nördlichen Teil des Areals und dem Friedensplatz im östlichen Teil und eine prominente Betonung der Ecke Friedensplatz/Frankfurter Straße mit einem mehrgeschossigen Baukörper vor. Im Innenhof wollen beide Büros eine vielfältige Grünzone und ein Hofgebäude schaffen, um viel Raum für private Nutzung und nachbarschaftliche Entwicklung zu ermöglichen. Das Projekt wird nun nach Angaben der Gewobau unter dem neuen Projekttitel „Neubebauung am Friedensplatz“ geführt.

Die beiden Siegerbüros werden nun aufgefordert, die Entwurfsplanung weiter auszuarbeiten und Empfehlungen des Preisgerichts aufzunehmen. Anfang April soll dann feststehen, welcher der beiden Entwürfe realisiert werden soll. Bis Ende Oktober soll dann der Bauantrag eingereicht, bis April 2020 die Bestandsgebäude abgerissen und im Frühjahr nächsten Jahres mit den Bauarbeiten begonnen werden. Für das Bauvorhaben gibt es nach Angaben der Gewobau eine Baukostenobergrenze von 20,75 Millionen Euro.

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