Rüsselsheim

Wechsel bei Rüsselsheimer Grünen

Ex-Bürgermeister Jo Dreiseitel wird Stadtverordneter.

In der Grünen-Fraktion in der Rüsselsheimer Stadtverordnetenversammlung gibt es einen überraschenden Personalwechsel. Der ehemalige Bürgermeister von Rüsselsheim, Jo Dreiseitel, rückt für Marcel Hamer nach. Dreiseitel, der in wenigen Tagen 68 Jahre alte wird, war einst Sozialdezernent und später Bürgermeister in Rüsselsheim. Für ihn bedeutet dies somit einen Perspektivwechsel von der Magistratsbank auf den Stadtverordnetensitz.

„Wir sind sehr froh, dass er das auf sich nimmt“, sagt Maria Schmitz-Henkes vom Vorstand der Rüsselsheimer Grünen. Immerhin bedeute es einen erheblichen privaten Zeitaufwand. Dennoch sei Dreiseitel motiviert, den frei gewordenen Platz auszufüllen. Schließlich war er bei der vergangenen Kommunalwahl von Platz 20 auf Platz 6 kumuliert worden. Das habe er als einen klaren Auftrag der Wähler verstanden.

Marcel Hamer war langjähriger Stadtverordneter aus Haßloch-Nord und hat sein Mandat aus beruflichen Gründen Ende Februar abgegeben, heißt es in einer Pressemitteilung der Fraktion.

Hamer arbeitet als Vorstandsreferent in der Landesgeschäftsstelle der hessischen Grünen und sei „weiterhin nah dran, wenn es um die nachhaltige Gestaltung von Zukunftsfragen geht“.

Als Vorstandsreferent in der Landesgeschäftsstelle der Grünen in Wiesbaden habe er neue Aufgaben übernommen, die es zeitlich nicht mehr zuließen, im vollem Umfang für die Fraktion in der Rüsselsheimer Stadtverordnetenversammlung zur Verfügung zu stehen, sagt Schmidt-Henkes. Jo Dreiseitel war von 2000 bis 2012 erst Stadtrat und dann Bürgermeister von Rüsselsheim. Bei der Wahl des Stadtoberhaupts 2011 unterlag er im zweiten Wahlgang dem späteren Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU).

2012 schied er aus dem Magistrat aus und wechselte schließlich mit Bildung der schwarz-grünen Landesregierung im Januar 2014 als Staatssekretär nach Wiesbaden. Ende September 2017 legte Dreiseitel aus gesundheitlichen Gründen sein Amt wieder nieder.

Ein realpolitischer Linker sei er, definierte der Vater von zwei Kinder einst seine politische Position. „Oder ein linker Realpolitiker.“ Er vertrete die Einsicht, dass vernünftige Politik nur gemacht werden kann, wenn alle Interessengruppen und Standpunkte mit einbezogen werden. Links sei er aus Tradition- als Mitglied der Studentenbewegung, als Sozialarbeiter, als Gewerkschafter und als Grüner überhaupt.

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