Zum Technofestival Love Family Park kamen in den vergangenen beiden Jahren rund 20 000 Raver nach Rüsselsheim.

Rüsselsheim

Streit um Technofestival Love Family Park in Rüsselsheim

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  • Diana Unkart
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Die Stadt Rüsselsheim will trotz Einwänden des Regierungspräsidiums Darmstadt das Technofestival auf dem Mainvorland genehmigen. Gefordert werden weitere Verbesserungen beim Naturschutz.

Die Stadt Rüsselsheim will auch in diesem Jahr Gastgeber des Technofestivals „Love Family Park“ sein. Unter dem Vorbehalt, dass das Land keine Einwände gegen die Veranstaltung geltend macht, hat der Magistrat beschlossen, dass die Veranstaltung auf dem Mainvorland stattfinden kann. Eine naturschutzrechtliche Genehmigung wurde allerdings bisher noch nicht ausgesprochen. Eine solche Genehmigung würde derzeit wohl auch nicht die Zustimmung des Darmstädter Regierungspräsidiums (RP) finden. In einem Schreiben an die Stadt und zuletzt auch bei einem Gespräch hat die Behörde nach Angaben eines RP-Sprechers als zuständige Fachaufsicht deutlich gemacht, dass eine weitere Ausrichtung des Festivals auf den Wiesen des Mainvorlands mit dem Naturschutzrecht „unvereinbar“ sei.

Die Stadt möchte nun zunächst ihren Genehmigungsentwurf dem Land vorlegen. „Wir möchten, dass der Love Family Park weiterhin in Rüsselsheim stattfinden kann. Gleichzeitig hat bei uns der Umwelt- und Naturschutz einen hohen Stellenwert“, äußerte Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos) in einer Mitteilung. Sollte das Land weitere Auflagen machen, würden diese in der Genehmigung berücksichtigt.

Beim Naturschutz habe es in den vergangenen Jahren bereits deutliche Verbesserungen gegeben. Der aktuelle Genehmigungsentwurf sehe weitere Schritte zum Schutz der Natur vor, die die Stadt mit dem Veranstalter des Love Family Parks besprechen wolle.

Genehmigung unter Auflage

Unter anderem soll die Veranstaltung unter der Auflage genehmigt werden, dass sensible Flächen mit Bodenplatten und einem darunterliegenden Sandaufbau abgedeckt werden. So sollen die Oberfläche geschützt, die Lasten durch Schwerlastverkehr bei Auf- und Abbauarbeiten besser verteilt und damit der Boden weniger stark verdichtet werden. Das Verfahren habe sich bereits beim Pfingstreitturnier in Wiesbaden-Biebrich bewährt, heißt es in der Mitteilung weiter.

Der Magistrat will zudem prüfen, ob es „zielführend“ wäre, die Festivalfläche aus der Schutzzone I der Hessischen Mainauen entfernen zu lassen

Vorgesehen ist, dass die Technoveranstaltung am 18. Juli zum dritten Mal in Rüsselsheim auf dem Mainvorland stattfindet. Als DJs sollen Amelie Lens, Boris Brejcha, Kink, Nina Kraviz, Reinier Zonneveld, Richie Hawtin sowie Techno-Legende Sven Väth auftreten. In den vergangenen Jahren hatten mehr als 20 000 tanzbegeisterte Raver das Festival besucht, das 1996 erstmals in Hanau stattfand. Von 1998 bis 2013 wurde es stets am ersten Sonntag im Juli auf den Mainwiesen (bis 2001 im Dunlop Park) in Hanau veranstaltet. Schon in Hanau gab es Streit um den Naturschutz, so dass die Großveranstaltung von 2014 bis 2016 in Mainz-Hechtsheim auf dem dortigen Messegelände stattfand. In den vergangenen beiden Jahren fungierte nun das Mainvorland in Rüsselsheim als Austragungsort.

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