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Rüsselsheim

Sternbilder in den Rüsselsheimer Opelvillen

  • Andreas Hartmann
    vonAndreas Hartmann
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Die Künstlerin Jennifer Bannert zeigt ihre Himmelsbilder in der Ausstellung „La forme du ciel“ erst einmal nur online

Wer zündet jeden Abend die Sterne am Firmament an? Was kommt hinter dem Himmelsgewölbe? Und wie klein ist unsere Welt? Ein berühmter Holzschnitt eines unbekannten Künstlers schildert das in scheinbar mittelalterlicher Naivität. Ein Mann, vielleicht Pilger, vielleicht Gelehrter oder auch beides, kniet am Rande einer flachen Erdscheibe, stößt mit dem Kopf durchs Himmelsgewölbe und sieht voller Staunen, dass dort mitnichten schon Schluss ist.

Das Bild zeigt den Aufbruch in neue Welten so sprechend, dass es sogar in modernen Schulbüchern als historisches Dokument abgedruckt wurde. Dabei stammt die Abbildung erst aus dem Jahr 1888, ist also mitnichten mittelalterlich oder aus der Renaissance, sondern aus einer Zeit, da die kugelrunde Erde längst nicht mehr im Mittelpunkt des Universums stand.

Es sei eines ihrer Lieblingsbilder in der Kunstgeschichte, sagt die Künstlerin Jennifer Bannert. Erschienen ist es erstmals in der Schriftensammlung ‚L’atmosphère: Météorologie populaire“ des französischen Astronomen Camille Flammarion.

„Für mich visualisiert der Holzstich die zeitenübergreifende, unendliche Suche des Menschen nach dem metaphysischen Fluchtpunkt hinter der Welt der Erscheinungen“, sagt die Studentin, die seit 2015 an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach studiert und zuvor bereits ein Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Psychoanalyse an der Uni Frankfurt abgeschlossen hat. Bannert arbeitet in einem Atelier in der „Basis“ in der Frankfurter Gutleutstraße.

Zweite Einzelausstellung

Nach ihrer Ausstellung „Afterglow“ 2019 im 1822-Forum in Frankfurt präsentiert sie in den Rüsselsheimer Opelvillen mit „La forme du ciel“ (Die Beschaffenheit des Himmels) bereits ihre zweite Einzelausstellung. Das renommierte Ausstellungshaus zeigt sie von Sonntag an in seiner „Schleuse“ für junge Kunst – wegen der aktuellen Corona-Pandemie allerdings vorerst nur virtuell.

Den Titel „La forme du ciel“ hat Bannert aus dem schon erwähnten Buch Flammarions übernommen; so heißt dort ein Kapitel, in dem die Form des Himmels unter verschiedenen Aspekten betrachtet wird. Auch Bannerts Bilder, die sie für die Rüsselsheimer Ausstellung ausgewählt hat, zeigen den Sternenhimmel, es sind schwarze Flächen mit Sternen, abstrakte (oder doch naturalistische?) Malereien, die der Betrachter, die Betrachterin sofort als nächtliches Firmament erkennt. Sie setze sich so mit dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren, dem Davor und Dahinter, mit Ordnung und Unordnung des Firmaments auseinander, sagt Bannert.

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