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Rüsselsheim: Stadtparlament für Ankauf von Opel-Flächen

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Von: Jens Joachim

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Der Opel-Mutterkonzern Stellantis will Werksflächen in Rüsselsheim konzentrieren. Nach einem Entwurf des Architekturbüros Patriarche soll eine neue Deutschland-Zentrale als „grünen Campus“ entstehen.
Der Opel-Mutterkonzern Stellantis will Werksflächen in Rüsselsheim konzentrieren. Nach einem Entwurf des Architekturbüros Patriarche soll eine neue Deutschland-Zentrale als „grünen Campus“ entstehen. © Patriarche/Stellantis

Oberbürgermeister Udo Bausch sieht in der geplanten Bewerbung der Stadt für die insgesamt 120 Hektar großen Areale eine „Riesenchance“ für die weitere Stadtentwicklung Rüsselheims.

Eine große Mehrheit der Rüsselsheimer Stadtverordneten unterstützt die Pläne des Magistrats, dass sich die Stadt beim Autokonzern Stellantis um den Ankauf der frei werdenden Flächen auf dem Opel-Werksgelände bewirbt. Für einen gemeinsamen Antrag der Fraktionen von CDU, FDP-Plus, Grünen/Die Linke Solidarität und SPD stimmten am Donnerstagabend 31 Stadtverordnete. Elf Stadtverordnete vor allem aus den Reihen der Wählergemeinschaft „Wir sind Rüsselsheim“ (WsR) votierten dagegen. Es geht dabei um Flächen von insgesamt 120 Hektar, was etwa 168 Fußballfeldern entspricht.

Laut dem Antrag soll die Stadt die Opel-Flächen „gemeinsam mit der öffentlichen Hand“ erwerben. Von einer „historischen Chance“ war während der Sitzung der Stadtverordneten in der Rüsselsheimer Großsporthalle mehrfach die Rede.

Rüsselsheim: Stadt soll sich um Ankauf der Opel-Flächen bewerben

Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos) hatte bereits Anfang vergangener Woche während der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses mitgeteilt, dass die Stadt an dem Ausschreibungsverfahren für die Flächen teilnehme.

Vor der Stadtverordnetenversammlung sagte Bausch dann am Donnerstagabend, er habe wenige Stunden zuvor anlässlich des Starts der Serienproduktion für den Opel Astra im Rüsselsheimer Stammwerk auch mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir gesprochen. Bausch sagte, Bouffier habe sich erfreut darüber geäußert, dass es in der Rüsselsheimer Kommunalpolitik eine große Gemeinsamkeit gebe.

OB zu Opel-Flächen in Rüsselsheim: „Riesenchance müssen wir annehmen“

Bausch versicherte, dass die Stadt nun „Gas geben“ werde, um vom Opel-Mutterkonzern Stellantis den Zuschlag für die Flächen zu erhalten. Der OB sprach von einer „Riesenherausforderung“, um die derzeit von dem Autobauer genutzten Flächen für die Stadt zu revitalisieren“. „Diese Riesenchance müssen wir annehmen – ob wir wollen oder nicht“, sagte Bausch.

Das hessische Wirtschaftsministerium sowie Einrichtungen des Landes sollen der Stadt Rüsselsheim künftig während des weiteren Entwicklungsprozesses beratend zur Seite stehen. Finanzielle Unterstützung erhofft sich die Stadt auch über verschiedene Stadtentwicklungsprogramme vom Bund und vom Land.

Rüsselsheim: Stellantis will Flächen am Opel-Stammsitz konzentrieren

Der Opel-Mutterkonzern Stellantis hatte Ende September angekündigt, am Opel-Stammsitz auf einer deutlich reduzierten Fläche in unmittelbarer Nähe zum Fertigungswerk neue Büros und Arbeitsstätten für die Beschäftigten aus der Verwaltung, den Abteilungen Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb entstehen zu lassen. Anfang November veröffentlichte der Konzern dann erste Visualisierungen der geplanten neuen Deutschland-Zentrale in Rüsselsheim.

Die Pläne für den „neuen grünen Campus von Stellantis in Deutschland“, sollen dann bis 2025 realisiert werden. Weil der Konzern rund 120 Hektar Flächen nicht mehr benötigt, sollen sie nun verkauft werden.

Opel-Flächen in Rüsselsheim: Altlasten als Risiko für die Stadt

Mit Verweis auf Informationen aus dem Konzern sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Murat Karakaya, dass es bereits rund 30 potentielle Kaufinteressenten für die Industrieflächen gebe.

WsR-Fraktionschef Joachim Walczuch äußerte hingegen mit Blick auf die zu erwartenden Altlasten und die damit verbundenen Risiken für die Stadt, dass er die „Goldgräberstimmung“ ausdrücklich nicht teile.

Stephan Bernhardt (CDU) erwiderte, die Risiken seien „händelbar“. Die Stadt werde auch „nicht blauäugig“ das Projekt angehen.

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