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Rüsselsheim: Razzia gegen Drogendealer-Clan

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Von: Jens Joachim

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Bei den Durchsuchungen setzten Spezialkräfte der Polizei auch Bargeld-, Waffen- und Drogenspürhunde ein.
Bei den Durchsuchungen setzten Spezialkräfte der Polizei auch Bargeld-, Waffen- und Drogenspürhunde ein. © Peter Jülich

Bei Durchsuchungen im Rhein-Main-Gebiet, in Rheinland-Pfalz und Mittelhessen sind Drogen, Waffen und Luxusuhren sichergestellt worden. Vier Hauptbeschuldigte wurden festgenommen.

Nach monatelanger Vorbereitung sind am Mittwoch Polizei und Staatsanwaltschaft gegen eine mutmaßliche Bande von Drogenhändlern vorgegangen. Mehr als 370 Polizistinnen und Polizisten – darunter mehr als 160 Spezialkräfte – durchsuchten am Morgen im Rhein-Main-Gebiet, in Mittelhessen sowie in Rheinland-Pfalz 16 Wohn- und Geschäftsräume sowie Bankschließfächer und einen Bordellbetrieb. Die meisten Durchsuchungen gab es in Rüsselsheim und Bischofsheim im Kreis Groß-Gerau.

Vier Hauptbeschuldigte – drei Brüder im Alter von 22, 24 und 28 Jahren sowie ein 25-jähriger Mann – seien bei der Razzia festgenommen worden, teilte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk, Sprecher der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft, der Frankfurter Rundschau mit. Gegen die vier Deutschen hätten entsprechende Haftbefehle des Darmstädter Amtsgerichts vorgelegen, so Ungefuk.

Rüsselsheim: Razzia gegen mutmaßliche Drogendealer im Rhein-Main-Gebiet

Der aus Bischofsheim stammende 25-Jährige und der 22-Jährige, der zuletzt ohne festen Wohnsitz war, sollen nach Angaben des Oberstaatsanwalts die beiden „Führungsköpfe“ der mutmaßlichen Drogenhändlerbande gewesen sein. Die anderen beiden sollen für den Transport der Drogen sowie die Weitergabe von Kokain und Marihuana zuständig gewesen sein, erläuterte der Behördensprecher.

Die Durchsuchungen richteten sich den Angaben zufolge gegen insgesamt 19 Beschuldigte im Alter zwischen 16 und 61 Jahren. Die Ermittler werfen sieben Männern vor, sich an dem bandenmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln beteiligt zu haben. Acht weitere Männer werden beschuldigt, die Erlöse aus dem Drogenhandel durch andere geschäftliche Aktivitäten verschleiert zu haben. Zu den Vorwürfen zählt neben Geldwäsche auch unerlaubter Waffenbesitz.

Die seit dem vergangenen Jahr laufenden Ermittlungen richten sich nach Darstellung des Oberstaatsanwalts vor allem gegen die Angehörigen eines Rüsselsheimer Familienverbands mit einem kurdischen Hintergrund.

Razzia gegen Drogendealer-Clan: Durchsuchungen in Hessen und Rheinland-Pfalz

18 Durchsuchungen gab es den Angaben zufolge in Rüsselsheim und Bischofsheim im Landkreis Groß-Gerau sowie in Frankfurt. Zwei Objekte wurden im Landkreis Gießen durchsucht, darunter ein Bordellbetrieb. Jeweils ein Objekt sei zudem in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz sowie in Worms im südöstlichen Teil von Rheinland-Pfalz durchsucht worden. Die Durchsuchungen seien am Mittwochmorgen zum Teil zeitgleich erfolgt, hieß es.

Dabei seien zahlreiche Beweismittel, insbesondere Betäubungsmittel wie Kokain sowie Computer, Mobiltelefone und Datenträger sichergestellt worden. Zudem habe es Zufallsfunde wie etwa Blanko-Impfpässe gegeben. Laut Ungefuk wurden auch Waffen sichergestellt. Das Hessische Landeskriminalamt prüfe nun, ob es sich dabei möglicherweise um Schreckschusspistolen handelt.

Rüsselsheim: Polizei stellt bei Razzia Luxusuhren, Waffen und Bargeld sicher

Zudem seien Wertgegenstände, die mit den Gewinnen aus den Straftaten angeschafft wurden, sichergestellt worden – vor allem hochwertige Armbanduhren sowie Bargeld in sechsstelliger Höhe. Luxuswagen seien hingegen nicht konfisziert worden, so Ungefuk.

An der umfangreichen Razzia beteiligten sich neben Einsatzkräften der hessischen Landespolizei und der Bundespolizei auch sechs Staatsanwälte der Eingreif-reserve der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft und der Staatsanwaltschaft Darmstadt. Bei den Durchsuchungen kamen zudem Bargeld-, Waffen- und Drogenspürhunde der hessischen Polizei zum Einsatz.

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