Rüsselsheim

Rüsselsheim: BUND fordert anderen Standort für Technofestival

  • Petra Zeichner
    vonPetra Zeichner
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Der BUND, Kreisverband Groß-Gerau, warnt davor, dass das Festival Love Family Park am bisher geplanten Standort Mainauen dem Landschaftsschutz dort schadet.

Dass die Stadt Rüsselsheim an den Mainauen als Veranstaltungsort für das Techno-Festival Love Family Park festhält, kritisiert der BUND, Kreisverband Groß-Gerau. In einem Brief an die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne), fordert er, „dieses Festival an diesem Ort zu untersagen“. Das Techno Festival würde erneut zu einer schweren Schädigung des Landschaftsschutzgebietes führen, ist der Naturschutzverband überzeugt.

Der Magistrat hatte mitgeteilt, dass er wegen der naturschutzrechtlichen Genehmigung, die noch nicht vorliegt, nun mit dem Land sprechen wolle. Zum Hintergrund: Das Regierungspräsidium Darmstadt hatte der Stadt bereits bescheinigt, dass das Festival in den Mainauen mit dem Naturschutzrecht „unvereinbar“ sei.

Dass sich der Magistrat nun an das Umweltministerium wenden will, sei nicht nur ein ungehöriger Vorgang gegenüber dem Regierungspräsidium. „Wir bewerten dies auch als einen Versuch, sich der gesetzlichen Verantwortung zum Vollzug des Naturschutzgesetzes zu entziehen und damit auch die politische Verantwortung zu verlagern.“

BUND: Es geht um Schutz der Vegetation

Der Magistrat hatte auch mitgeteilt zu prüfen, ob die Festivalfläche aus der Schutzzone I des Landschaftsschutzgebiets Hessische Mainauen entfernt werden könnte. Der BUND: Wenn Rüsselsheim die Schutzverordnung aufheben wolle, wolle der Magistrat offenbar das Naturschutzrecht nicht vollziehen.

Auch an den Magistrat wendet sich der BUND mit einem Anschreiben. „Da Ihre Prüfung offensichtlich keine juristischen Ausweichmöglichkeiten ergeben hat, Ihnen die Position des Regierungspräsidiums aber nicht gefällt, haben Sie den politischen Weg zum Ministerium eingeschlagen“, heißt es darin. Die Stadt Rüsselsheim habe sich in eine unhaltbare Position gebracht und versuche nun die Verantwortung auf die Ministerin zu schieben.

Darüber hinaus gehe es nicht nur um formale Rechtsfragen, sondern um den Schutz der Vegetation und der von ihr bestimmten Tierwelt. „Das Insektensterben öffentlich beklagen und es dann zum Beispiel durch die Zulassung eines Festivals gegen die Bestimmungen des Landschaftsschutzes selbst befördern? Soll das die Naturschutzpolitik in Rüsselsheim künftig überschatten?“, so der BUND weiter. Der Magistrat müsse schnellstens einen Alternativstandort finden.

Der Kreisverband will der Stadt wegen diesen Verhaltens den jährlichen Negativpreis, den Umwelthammer für „besonders umweltschädliches Verhalten“ verleihen.

Nichtsdestotrotz zeigt man sich gesprächsbereit und lädt den Magistrat zur Jahreshauptversammlung am 13. März ein.

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