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Opels jüngste Geschichte ist von Umbrüchen geprägt.

Autobauer

Politiker der Region kritisieren Opel-Mutterkonzern PSA

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In einer Resolution fordern Landrat, Bürgermeister, Bundes- und Landtagsabgeordnete, dass in den Erhalt von Betrieb und Beschäftigung investiert wird.

Der Landrat des Kreises Groß-Gerau, Thomas Will (SPD), Erster Kreisbeigeordneten Walter Astheimer (Grüne), mehrere Bürgermeister und Landtagsabgeordnete haben eine Resolution verfasst, die an Opel und den Mutterkonzern PSA verschickt werden soll. Darin werden die Adressaten aufgefordert, die Entscheidung des Arbeitsgerichts Darmstadt abzuwarten, bevor der Betriebsübergang an den Ingenieurdienstleister Segula beziehungsweise der Teilverkauf vollzogen wird. Auch fordern die Unterzeichner, „dass Menschen, die dem Betriebsübergang widersprechen, nicht mit betriebsbedingten Kündigungen bedroht werden“. Die Opel-Tarifverträge, in denen sich das Unternehmen zu Investitionen in den Erhalt von Betrieb und Beschäftigung verpflichtet, müssten eingehalten werden.

Die CDU Groß-Gerau distanziert sich von Resolution. Sie enthalte strittiger Formulierungen und nicht nachprüfbare Behauptungen.

Die Situation bei Opel in Rüsselsheim sei von Umbrüchen geprägt. Massiver Stellenabbau und eine noch immer ungewisse Zukunft des Werks prägten das Bild. Das Unternehmen und die Beschäftigten kämen nicht zur Ruhe – sei es wegen der anstehenden zum Teil unfreiwilligen Wechsel vieler Mitarbeitender zum Dienstleister Segula, sei es wegen der Relativierung bestehender tariflicher Zusagen, heißt es zur Begründung.

Zu den Erstunterzeichnern gehören neben Landrat und Erstem Kreisbeigeordnetem Oberbürgermeister Udo Bausch (Rüsselsheim), die Bürgermeister Thomas Jühe (Raunheim), Thomas Winkler (Mörfelden-Walldorf), Thomas Schell (Biebesheim), Marcus Merkel (Büttelborn), Jochen Engel (Trebur) und Manfred Ockel (Kelsterbach), Bundestagsabgeordneter Jörg Cezanne sowie die Landtagsabgeordneten Christiane Böhm, Kerstin Geis und Gerald Kummer.

Die CDU Groß-Gerau teilt mit, sie stehe an der Seite der Opel-Beschäftigten. „Wir teilen die Feststellung des Betriebsrats, dass die Kürzung der Arbeitsplätze von 300 auf 100 im Warenverteilzentrum eine Ernüchterung für uns alle ist“, sagt Landtagsabgeordnete Sabine Bächle-Scholz. „Gleichzeitig bedeutet der Teilverkauf des Rüsselsheimer Entwicklungszentrums einen weiteren Einschnitt. Dennoch gilt es in erster Linie die Marke Opel und den Stammsitz in Rüsselsheim zu schützen und dadurch Arbeitsplätze zu sichern.“ In das rechtliche Verfahren zwischen dem Betriebsrat und Opel beziehungsweise PSA habe man sich politisch nicht einzumischen, befindet der Bundestagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende Stefan Sauer. Die Art und Weise wie auf die Entwicklungen bei Opel von Seiten der politischen Gegner reagiert werde, hält Sauer für überspitzt und populistisch. „Es erschließt sich uns nicht, weshalb der Landrat die Dringlichkeit für diese Resolution aktuell sieht. Wir haben das Thema bereits im Mai auf unsere Agenda gesetzt und werden es auch weiterhin konstruktiv begleiten“, ergänzt die Landtagsabgeordnete Ines Claus.  

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