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So soll nach den Vorstellungen des Möbelkonzerns das Warenverteilzentrum im Gewerbepark West aussehen

Rüsselsheim

Pläne für großes Ikea-Lager in Rüsselsheim

  • Petra Zeichner
    vonPetra Zeichner
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Für den Gewerbepark West in Rüsselsheim liegen den Stadtverordneten drei verschiedene Planungsvarianten vor. Ikea will dort ein Warenverteillager bauen, die Stadt favorisiert aber Kleingewerbe.

Dass der schwedische Möbel-Multi Ikea in Rüsselsheim ein Warenverteillager bauen will, ist seit März 2019 klar. Damals erwarb der Konzern Flächen des Autobauers Opel im Gewerbepark West. Nun liegen den Stadtverordneten drei verschiedene Planungsvarianten vor – eine davon ohne Beteiligung des Unternehmens. Das teilte die Stadt Rüsselsheim mit.

Rüsselsheim: Drei Bebauungsvarianten für den Gewerbepark West

In der Variante A geht es um einen reinen Ikea-Logistikstandort auf dem rund 138 000 Quadratmeter großen Areal. Gebäude und Verkehrsflächen nähmen den Angaben zufolge 111 000 Quadratmeter ein. Die Höhe des Warenlagers betrüge 32 Meter. Etwa 300 Arbeitsplätze entstünden im Lager, hinzu kämen rund 165 Arbeitskräfte für die Auslieferungsfahrten.

Stadt Rüsselsheim favorisiert „höherwertigere“ Entwicklung ohne Ikea

Die Variante B sieht die Ansiedlung eines kleinteiligen Gewerbegebietes vor. Ikea wäre außen vor. Und genau das favorisiere die Stadt, teilte Pressesprecher Asswin Zabel auf Anfrage mit. „Höherwertig“ sei diese Entwicklung, heißt es in der Mitteilung. Produzierendes Gewerbe und Handwerk soll sich ansiedeln, die Gewerbeflächen wären zwischen 1000 und 10 000 Quadratmetern groß, könnten Produktion, Büro und Lager kombinieren. Die Höhe der verschiedenen Gebäude würde meist acht Meter nicht überschreiten. Auch mehr Arbeitsplätze würden entstehen, nämlich an die 900, meint die Stadt.

Bei der Variante C schließlich wäre Ikea wieder mit im Boot. Sie soll ein Kompromiss aus A und B sein: das Logistikzentrum auf 102 000 Quadratmeter verkleinert, rund 26 000 Quadratmeter blieben für Kleingewerbe. Etwa 650 Arbeitsplätze könnten entstehen.

Doch wenn sich die Stadtverordneten am 19. November für die Variante B entscheiden, was geschieht dann? Immerhin gehört Ikea das Gelände schon. Müsste die Stadt es dann zurückkaufen?

„Nein“, sagt Pressesprecher Zabel. Das Planungsrecht für die von Ikea gekaufte Liegenschaft decke die von dem Unternehmen angestrebte Nutzung als Logistikzentrum nicht ab. „Dies war dem Unternehmen auch zum Zeitpunkt des Erwerbs bekannt.“ Die Stadt Rüsselsheim habe die Planungshoheit und könne einen anderen Bebauungsplan erlassen.

Ikea seinerseits kann dann Zabel zufolge entscheiden, was es mit dem Gelände macht, inklusive des Verkaufs.

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