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Die jungen Musiker haben sich gegen zahlreiche Mitbewerber durchgesetzt.

Junge Philharmonie Rüsselsheim

Patenkinder mit Taktgefühl

Die Junge Philharmonie Rüsselsheim lernt vom Orchester des Staatstheaters Darmstadt. Erstes Ergebnis dieser Kooperation ist ein Konzert.

Die Junge Philharmonie Rüsselsheim lernt vom Orchester des Staatstheaters Darmstadt. Erstes Ergebnis dieser Kooperation ist ein Konzert.

Mit Musik von Mozart, Dvorak und Charpentier wird am Sonntag, 29. September, in der Kirche der Bonhoeffergemeinde hörbar, was Thomas Müller, Leiter der Rüsselsheimer Musikschule, eine „ganz grandiose Sache“ nennt: Ab dieser Spielzeit hat das Orchester des Staatstheaters Darmstadt für zwei Jahre die Patenschaft für die Junge Philharmonie Rüsselsheim übernommen.

Erste Frucht des Miteinanders der Darmstädter Profimusiker mit dem Rüsselsheimer Laienorchester und sinfonischem Aushängeschild der Opelstadt ist das Konzert in der ehemaligen Versöhnungskirche, bei dem einige der Profis mit Musikern der Jungen Philharmonie und des Rüsselsheimer Juniororchesters an den Pulten sitzen. „Vermutlich steuern die Darmstädter eher exotische Instrumente bei, die bei Laienorchestern oft selten besetzt sind“, sagt Thomas Müller.

Um Patenorchester zu werden, hatte sich die Junge Philharmonie im vergangenen Jahr gegen zahlreiche andere Laienorchester durchsetzen müssen. Bis zur Spielzeit 2014/15 dauert die Patenschaft, als Abschluss ist ein gemeinsames Konzert im Staatstheater Darmstadt geplant. Dazwischen gibt es laut Daniel Kunz, Konzertdramaturg am Staatstheater, einen regen Austausch. Dazu zählen nach Stimmgruppen unterteilte Proben, zu denen die jeweiligen Solisten nach Rüsselsheim kommen, Proben- und Konzertbesuche in Darmstadt oder auch Theaterführungen.

Konzert am 29. September

Die Patenschaft mit dem Orchester des Staatstheaters ist Gipfelpunkt einer fast 20-jährigen Geschichte, an deren Anfang laut Müller der damalige Musiklehrer der Immanuel-Kant-Schule und spätere Rüsselsheimer Kulturpreisträger Albrecht Schmidt stand. Auf Schmidt gehe die Idee zurück, die Schulorchester von Max-Planck-, Kant- und der Musikschule zusammenzulegen. Also wurde das „Orchester der Rüsselsheimer Schulen“ ins Leben gerufen, das nach den Abiturprüfungen aber stets unter Mitgliederschwund zu leiden hatte und sich deshalb bald auch für ehemalige Schüler öffnete.

So entstand das „Rüsselsheimer Jugendorchester“, das schließlich in „Junge Philharmonie Rüsselsheim“ umgetauft wurde. Parallel dazu wurde auf Initiative von Thomas Müller vor fünf Jahren das „Rüsselsheimer Juniororchester“ geschaffen – als Sammelbecken für begabte Schüler und als Talentschmiede der Jungen Philharmonie.

Für Thomas Müller hat sich so in Rüsselsheim eine deutschlandweit einzigartige Kooperation dreier Schulen entwickelt, die jungen Musikern Perspektiven vom schulischen Musikunterricht über das Juniororchester bis zur Jungen Philharmonie bietet. Mit diesem Stufenmodell habe man bei der ersten gemeinsamen Tagung der deutschen Schulmusikverbände VDS und ADF im vergangenen Jahr in Weimar für Aufsehen gesorgt.

Von Anfang haben sich die drei Schulen die musikalische Leitung beider Orchester geteilt. Jede Schule stellt eine Lehrkraft für die Proben. Die bis zu 40 Musiker der Jungen Philharmonie treffen sich freitags ab 18 Uhr in der Kant-Aula.

Bei der Pultarbeit wechseln sich Michael Martini (Kant), Annegret Weinig-Gräf (Planck) und Steffen Bücher für die Musikschule ab. Bücher schwingt als ausgebildeter Kapellmeister bei den meisten öffentlichen Auftritten den Taktstock, so auch beim Konzert am 29. September bei der Bonhoeffergemeinde.

Das Juniororchester probt montags ab 15 Uhr ebenfalls in der Kant-Aula. Als Leiter zuständig sind Anna-Maria Weidner für die Kant-Schule und Irene Saèz Barahona für das Planck-Gymnasium. plu

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