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Betriebsleiterin Sandra Wolf ist mit der ernte 2021 nur halb zufrieden.
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Betriebsleiterin Sandra Wolf ist mit der ernte 2021 nur halb zufrieden.

Rüsselsheim

In der Rüsselsheimer SoLaWi Auf dem Acker gedeihen Kartoffeln und Karotten in diesem Jahr gut

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Aber die Sonne liebenden Gemüse hatten es bei dem Regensommer schwer.

Endlich ein Regensommer. Aber wann kann das Wetter es den in der Landwirtschaft Beschäftigten schon recht machen? In der Rüsselsheimer Solidarischen Landwirtschaft Auf dem Acker (SoLaWi) sei das Gartenjahr zum Teil gut und zum Teil schlecht gelaufen, sagt Betriebsleiterin Sandra Wolf. „Es war manchmal zu nass, um mit dem Traktor aufs Feld zu fahren“, berichtet sie. Und das Unkraut sei gewachsen wie verrückt und habe dem Starkzehrer Kohl die Nährstoffe weggefuttert; dem habe das Ackerteam absolut nicht beikommen können.

Davon kriegen die Mitglieder, die sich donnerstags in den Depots ihren Ernteanteil abholen, nicht viel mit. Der Korb ist immer gut gefüllt. In einer SoLaWi geht der gesamte Ertrag an die Mitglieder. Das Rüsselsheimer Ackerteam produziert auf seinem Gelände im Stadtteil Königstädten ökologisch angebautes Gemüse und Kartoffeln für 90 Ernteanteile. Vorige Woche gab es Salate, Zwiebeln, Kartoffeln, Chinakohl, Spinat, Pak Choi und sogar noch grüne Bohnen.

Die Kartoffelernte ist die Wucht, 2021 gibt es gute Knollen – ohne Drahtwürmer wie im vorigen Jahr. Das Wurzelgemüse wie Sellerie, Karotten, Petersilienwurzeln, Schwarzwurzeln, Pastinaken und Rote Bete ist dick und groß. Damit ist gut über den Winter kommen. Die sonnenhungrigen Gemüsesorten hatten es allerdings schwer. Die Gurken litten unter Falschem Mehltau, die Auberginen bekamen eine andere Pilzkrankheit und die Paprika einen Virus.

„Mit den Tomaten hatten wir Glück, die Braunfäule kam erst zum Schluss“, sagt Wolf. Aber Wildschweine haben Mais und Kürbis verwüstet. Das Risiko, dass manche Kulturen nicht gedeihen oder von Tieren gefressen werden, tragen die Mitglieder. Alle Angestellten haben feste Gehälter, die sich aus den Mitgliedsbeiträgen finanzieren.

Die Zahl der SoLaWis wächst aktuell so gut wie Knollengemüse bei Regen. Wie das Netzwerk auf seiner Homepage mitteilt, gibt es 368 SoLaWi-Gemeinschaften in Deutschland, 80 mehr als 2020. und 86 sind in der Gründung. Aber Land zu finden, ist schwierig. Die Wiesbadener SoLaWi etwa muss ihren Standort in einer gepachteten Gärtnerei in Biebrich verlassen und sucht neue Felder.

Die Nachfrage nach frischem Biogemüse steigt jedoch. Die Mainzer SoLaWi schreibt von einer langen Warteliste. Auch die Rüsselsheimer arbeitet mit Warteliste, will aber weiter wachsen und nimmt Mitglieder auf. Für Wolf ist der leer gefegte Markt an Fachkräften ein Zeichen dafür, dass das solidarische Wirtschaften in der Landwirtschaft gut ankommt. Auch die Rüsselsheimer SoLaWi sucht Personal. Und das wächst nicht auf dem Acker.

www.aufdemacker.de

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