Rüsselsheim

Hochhaus zu verkaufen

Die Gewobau will sich von Immobilien trennen und sucht einen Investor. Was die 48 Mietparteien in dem zwölfgeschossigen Hochhaus Johann-Sebastian-Bach-Straße 53 noch nicht wissen: Auch ihr Haus soll veräußert werden.

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (Gewobau) der Stadt Rüsselsheim trennt sich wieder von einer größeren Zahl an Wohnungen, die in ihrem Portfolio unter dem Stichwort „nicht auf Dauer zu erhalten“ aufgelistet sind. Wegen abstürzender Immobilienpreise hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr eine Verkaufspause eingelegt. Jetzt will es wieder Objekte veräußern, um dadurch das Eigenkapital zu stärken und liquide zu bleiben für die Finanzierung neuer Vorhaben, wie Geschäftsführer Michael Hampel erklärt.

Was die 48 Mietparteien in dem zwölfgeschossigen Hochhaus Johann-Sebastian-Bach-Straße 53 noch nicht wissen: Auch ihr Haus soll veräußert werden. Da noch andere Objekte in durchweg kleineren Einheiten zum Verkauf stehen, schrumpft der Besitz der Gewobau weiter. Von mehr als 6581 Wohnungen im Dezember 2005 hat er sich auf derzeit 6372 reduziert.

Mieter noch nicht informiert

Das Gebäude in der Johann-Sebastian-Bach-Straße ist nach einem Hochhaus mit 44 Wohnungen in der Straße Im Hasengrund, das vor drei Jahren verkauft wurde, das zweite größere Objekt, von dem sich die Gewobau trennt. Ein Zwölf-Familien-Haus in der Bonner Straße war ebenfalls vor drei Jahren einem Makler zur Vermarktung in Form von Eigentumswohnungen übertragen worden. Für die Johann-Sebastian-Bach-Straße sucht die Gewobau nun einen Investor.

Nicht bestätigen mochte Hampel auf Nachfrage, dass ein Erlös in Höhe von 2,2?Millionen Euro erwartet wird. Diese Summe wird in Fachkreisen genannt. Noch gebe es keinen Käufer und daher auch keinen Kaufpreis, der eine Verhandlungsfrage sei, betont Hampel. Detaillierte Informationen für die Mieter kündigt er für den Zeitpunkt an, an dem der Verkauf konkret werde.

Wenn sich die Gewobau nach dem Beispiel der Opel Wohnbau, die ihren Bestand von mehr als 1000 Wohnungen an eine Frankfurter Immobilienfirma veräußert hat, von Wohnungseigentum trennt, sorgt das in der Mieterschaft für Unsicherheit. Obwohl das Bürgerliche Gesetzbuch Mieter schützt, wonach ein Kaufvertrag keinen Mietvertrag brechen kann und der Vermieter nur aus berechtigtem Interesse an der Beendigung des Mietverhältnisses, nicht aber zum Zwecke der Mietererhöhung kündigen darf.

Im vergangenen Jahr hat die Gewobau ihr Betriebsergebnis mit einem Fehlbetrag von 390.000 Euro abgeschlossen. Aufgrund der verbesserten Marktlage für den Verkauf von Immobilien hofft Hampel darauf, in diesem Jahr verlustfrei wirtschaften zu können. ( eda)

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