Der Sternekoch Frank Buchholz bietet in Mainz Kochkurse für Männer an.
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Der Sternekoch Frank Buchholz bietet in Mainz Kochkurse für Männer an.

Rüsselsheim Opelvillen

Fernseh-Koch am Opelvillen-Herd

Der Mainzer Sternekoch Frank Buchholz will ab März die Gastronomie in den Rüsselsheimer Opelvillen übernehmen. Geplant ist ein Cateringbetrieb mit Öffnung zu bestimmten Anlässen.

Der aus Fernseh-Kochshows bekannte Sternekoch Frank Buchholz übernimmt die Gastronomie in den Rüsselsheimer Opelvillen – als Nachfolger der Rüsselsheimer Wirte Peter und Philipp Kolb. Wie die Stiftung Opelvillen meldet, betreibt der 47 Jahre alte Mainzer, der unter anderem durch die Fernsehsendung „Kochduell“ bekannt wurde, das Restaurant ab März. Geplant ist ein Cateringbetrieb mit Öffnung zu bestimmten Anlässen.

Buchholz betreibt in Mainz die Restaurants „Buchholz“ und „Bootshaus“. Er wurde unter anderem 1999 von Gault-Millau als innovativster Koch des Jahres mit drei Mützen und 17 Punkten ausgezeichnet. Im gleichen Jahr gründete er die Kochvereinigung der „Jungen Wilden“, zu denen er sich heute nach eigenen Angaben nicht mehr zählt. 2007 erhielt er 16 Punkte im Gault-Millau und erstmals einen Michelin-Stern.

Frank Buchholz kam 2004 nach Mainz-Gonsenheim, um in einem restaurierten alten Haus im Ortskern eine Kochschule zu gründen. Zuvor hatte er in Unna die Kochschule „Genusswerkstatt“ aufgebaut. 2005 eröffnete er neben der „Kochwerkstatt“ in Gonsenheim sein eigenes Restaurant „Buchholz“, das zwei Jahre später mit einem Michelin-Stern dekoriert wurde. Seit 2011 ist er auch für die Küche im „Bootshaus“ am Mainzer Winterhafen verantwortlich.

Zu seinem Beruf führte den gebürtigen Dortmunder ein kleiner Umweg: Auf seine Bewerbung um eine kaufmännische Lehre im Hotelfach erhielt der damals 16-Jährige nur Absagen. Also lernte er Koch. Seine Meister waren unter anderem Franz Feckl, Heinz Winkler und Gerd Käfer. In den folgenden zehn Jahren sammelte er Erfahrung in den Käfer-Stuben in München, im Restaurant Tristan in Palma de Mallorca, im Münchner Tantris, im Mailänder Restaurant Marquesi, das Michelin mit drei Sternen bewertet, und von 1996 bis 1999 als Küchenchef im mit zwei Michelin-Sternen dekorierten Frankfurter Brückenkeller.

Von 1997 bis 2005 trat er regelmäßig im „Kochduell“ des Fernsehsenders Vox auf, viele weitere TV-Auftritte folgten, unter anderem in der „Promi-Kocharena“ und im „ARD-Buffet“. Doch habe er seine Perspektive stets in der eigenen Küche gesehen, nicht in Kochshows, wie er in einem Zeitungsgespräch einmal sagte. Frank Buchholz hat eine Reihe von Kochbüchern geschrieben, „Kochen für Hochstapler – Einfache Gerichte, ganz schön raffiniert“ oder „Zeit für guten Geschmack“. Auch das Thema Mann in der Küche ist ihm ein Anliegen, er gibt Kochkurse speziell für Männer und verfasste das Buch „Männer kochen anders“.

Buchholz hält auch schonmal eigene Rinder auf einer Weide in der Nähe seines Hauses in Gonsenheim, um seinen Gäste beste Fleischqualität zu liefern, oder er lässt seine Auszubildenden zuerst Tomatensamen setzen, damit sie begreifen, was sie verarbeiten.

Seit Buchholz in Gonsenheim lebt, bauen Landwirte in der Nachbarschaft für ihn in Vergessenheit geratene Gemüse wie Gelbe Bete oder Stilmus an, wie er in einem Porträt erzählt. Als Mischung von innovativ und bodenständig beschreibt er seine Küche.

Am kommenden Mittwoch stellt sich Frank Buchholz in den Opelvillen persönlich vor. Vorher will er noch nichts über seine Pläne in den Opelvillen verraten. vol

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