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Shirley Lazar vom Gemüsehof Jung (rechts) gibt die Lebensmittel an die Kunden aus.
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Shirley Lazar vom Gemüsehof Jung (rechts) gibt die Lebensmittel an die Kunden aus.

Rüsselsheim

Abholmarkt in Rüsselsheim: Feldsalat von nebenan

  • Silvia Bielert
    VonSilvia Bielert
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Seit kurzem gibt es einen Abholmarkt für regionale Produkte in Rüsselsheim. Die so genannte Marktschwärmerei beim Hofladen Junges Gemüse versammelt Lebensmittel von bis zu 22 Erzeugern.

Stellen Sie sich vor, Sie hatten gerade eine köstliche Vorspeise aus Feldsalat mit Bauernkäse. Zum Hauptgang ein Ratatouille an Kartoffelstampf mit Rindergulasch und zum Nachtisch eine Nussecke mit Cashew-Mandel-Belag und Erdbeerfüllung, für die Sie noch nicht einmal selbst in der Küche stehen mussten. Wenn Sie alle Zutaten von regionalen Erzeugern kaufen wollten, wie viele müssten Sie wohl anfahren, bis sie alles zusammenhätten? Genau! Zu viele! Da schreckt nicht nur der monströse CO2-Fußabdruck, den Sie mit ihrem Auto beim Abfahren der Direktvermarkter hinterlassen.

Wenn Sie in Rüsselsheim wohnen oder nicht allzu weit weg, dann bekommen Sie jetzt fast alle diese Zutaten an einer Stelle, im Hofladen Junges Gemüse, Brunnenstraße 10 in Bauschheim. Denn dort findet sich eine so genannte Marktschwärmerei - ein Abholmarkt für Produkte von bis zu 22 Erzeugern aus dem näheren Umkreis, von Obst- und Gemüsebauern, von Biobäckern, Metzgern und Käsemachern. Die neue Rüsselsheimer „Schwärmerei“ ist eine von etwa hundert in Deutschland und wird von Hofmitarbeiterin Shirley Lazar und Hofmitinhaber Philipp Jung gemanagt.

Lazar erklärt, warum sie vom Schwärmerei-Konzept überzeugt ist: „Die Kunden bestellen online auf marktschwaermer.de das, was sie brauchen, und holen es dann am Mittwochabend bei uns ab.“ Die Erzeuger bringen nur die Produkte zum Gemüsehof, die online zuvor bestellt waren. „Das ist sehr nachhaltig“, sagt Lazar, „weil so nichts weggeworfen werden muss“. Anders als auf dem Markt, wo nach Marktende noch einige unverkaufte Lebensmittel übrig sind. Und fair, sagt Lazar, ist das System auch für die Landwirte und Lebensmittelhandwerker. Denn die bestimmen selbst den Preis ihrer Produkte auf der Direktvermarkterplattform. Einkalkuliert sind dann zehn Prozent für die Firma Equanum in Berlin, die die Plattform betreibt, und achteinhalb für den Hofladen der Familie Jung, der sich als „Gastgeber“ etwa um Organisation, Marketing, Pressearbeit, die Akquise von Erzeugern und Helfern kümmert. Den Rest bekommt der Erzeuger. Es gibt keine Zwischenhändler, die den Preis höher treiben, sagt Lazar. Kunden können sich auf der Plattform über jeden Lebensmittelerzeuger informieren. Es gibt keinen Abozwang, keinen Mindestbestellwert, keine fertig zusammengestellte Kiste mit Roter Bete, obwohl man die nicht mag. „Und wer nur eine Nussecke bestellt, kann auch das tun“, sagt Lazar.

Was fehlt noch im Sortiment? Pasteurisierte Milch. Derzeit sucht der Bauschheimer Gastgeber eine Milchbäuerin oder einen Milchbauern, die oder der das noch selbst macht.

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