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Dem 18-Jährigen Rüsselsheimer wurde vor der 2. Strafkammer des Landgerichts Darmstadt der Prozess gemacht.

Justiz

Fast fünf Jahre in Jugendhaft für Messerstecher aus Rüsselsheim

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Das Landgericht Darmstadt verurteilt einen 18-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung. Der Angeklagte hatte einen Kontrahenten in der Rüsselsheimer Innenstadt attackiert.

Ein 18-Jähriger aus Rüsselsheim ist vom Landgericht Darmstadt wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von vier Jahren und acht Monaten verurteilt worden. Nach der Urteilsverkündung streckte der junge Rüsselsheimer den Daumen in die Höhe und klopfte sich lachend mit der Hand mehrfach gegen die Brust. „Sie nehmen das Urteil sportlich. Das ist sehr vernünftig“, kommentierte der Vorsitzende Richter Marc Euler die Reaktion des 18-Jährigen.

Der Angeklagte gehört – wie sein älterer Bruder, dem derzeit wegen des Verdachts des versuchten Mordes vor dem Darmstädter Landgericht der Prozess gemacht wird – einer 14-köpfigen Großfamilie an, von denen einige männliche Mitglieder schon mehrfach strafrechtlich aufgefallen sind.

Der 18-Jährige wurde verurteilt, weil er Ende März 2019 in der Rüsselsheimer Innenstadt auf einen Mann mit einem Messer eingestochen hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn wegen versuchten Totschlags angeklagt und war von einem gezielten Stich ausgegangen. Während Staatsanwältin Cyd Hergenröder eine achtjährige Freiheitsstrafe forderte, plädierte der Anwalt des Mannes dafür, seinen Mandanten zu einer vierjährigen Jugendstrafe zu verurteilen.

Richter Euler sagte, dass Opfer „hätte sterben können“. Der Messerstich sei eine „schwerwiegende Tat“ gewesen. Die geregelte Tagesstruktur im Gefängnis könne für den Verurteilten eine Chance sein, um sich zu bessern. „Wir wollen sie hier nie wieder sehen“, sagte Euler. Während der Anwalt zu Protokoll gab, auf Rechtsmittel zu verzichten, will die Staatsanwältin prüfen, Revision zu beantragen.

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