Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Strompreise im Großhandel haben sich verfünffacht.
+
Die Strompreise im Großhandel haben sich verfünffacht.

Rüsselsheim

Energie: Wegen gestiegener Preise verlieren viele ihren Versorger

  • Claudia Kabel
    VonClaudia Kabel
    schließen

Weil Discount-Anbieter ihre Verträge nicht mehr erfüllen können, fallen viele Kunden in die teurere Grundversorgung. Die Rüsselsheimer Stadtwerke ziehen jetzt ihre Konsequenz daraus.

Wegen „Turbulenzen auf dem Energiemarkt“ nehmen die Stadtwerke Rüsselsheim keine Neukunden mehr an. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Deswegen werden derzeit auf der Homepage auch keine Angebote für neue Gas- und Stromkunden angezeigt. Bisherige Neukundentarife seien weggefallen. „Auch wir müssen die Reißleine ziehen und können niemanden mehr annehmen“, erklärt der Geschäftsführer der Stadtwerke, Hans-Peter Scheerer. „Die Beschaffungskosten für Gas und Strom sind in einem Maße gestiegen, wie es noch nie zu erleben und in dieser Größenordnung nicht vorherzusehen war.“ Würden die Stadtwerke weiterhin Lieferverträge abschließen, müsste man für jeden neuen Kunden noch Geld drauflegen.

Im Dunkeln und Kalten müsse dennoch niemand sitzen, denn die Grundversorgung für Gas und Strom bleibe bestehen. Dass es in jedem Gebiet einen Grundversorger gibt, ist gesetzlich geregelt. In diesen Tarif wechseln Menschen automatisch, wenn etwa ihr bisheriger Anbieter wegfällt. Die Grundversorgung ist jedoch in der Regel teurer. In Rüsselsheim sind die Stadtwerke zur Grundversorgung verpflichtet. Der Tarif dafür werde allerdings für neue Kunden „drastisch“ angehoben, so das Unternehmen. Der Arbeitspreis für Strom steige jetzt von 34,87 Cent auf 54,48 Cent je Kilowattstunde und der Grundpreis von 10,11 Euro auf 12,00 Euro monatlich. Der Gaspreis wurde bereits zum 1. Dezember angehoben.

Weil derzeit mehrere Energieversorger ihre Kunden und Kundinnen nicht mehr beliefern können oder schon Insolvenz angemeldet haben, seien viele bereits zu den Stadtwerken in die Grundversorgung gefallen. Allein vom Anbieter Stromio seien in Rüsselsheim 764 Kunden übernommen worden, weil sie plötzlich ohne Stromversorger da gestanden hätten, berichtet Thomas Gapp, Bereichsleiter Kunden und Vertrieb. Beim Gas sehe es nicht besser aus: Von der Grünwelt-Energie beziehungsweise Gas.de seien 270 Kunden in die Grundversorgung der Stadtwerke gefallen. Optima, Fulmina, Neckermann- Strom und enQu seien weitere Unternehmen, die der Versorgung aktuell nicht nachkämen und deren Kund:innen sich nach einem neuen Anbieter umsehen müssten oder in der Grundversorgung landeten.

Dass wesentlich mehr Menschen in die Grundversorgung fallen als üblicherweise zu erwarten ist, belastet die Stadtwerke Rüsselsheim enorm. „Wir müssen nun für sehr teures Geld zusätzliche Gas- und Strommengen nachkaufen“, sagte Gapp.

Laut Stadtwerke-Geschäftsführer Scheerer sind die Energiepreise explodiert, haben sich verfünffacht. Dies zeige die Entwicklung im Großhandel von Mai bis Dezember: Demnach stieg der Preis für eine Megawattstunde Gas von 20 auf mehr als 110 Euro, beim Strom von 60 auf über 300 Euro. „Eine solche Verteuerung kann auch der beste Einkäufer auf Dauer nicht abfangen, ohne seine Preise erhöhen zu müssen“, so Scheerer.

Die Stadtwerke versorgen derzeit 26 000 Stromkunden und 10 000 Gaskunden in Rüsselsheim und der Region.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare