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Opel-Chef Michael Lohscheller (li.), übergab am Mittwoch auf dem Rathausparkplatz der Stadt Rüsselsheim drei neue Corsas-e an Oberbürgermeister Udo Bausch (re.) und Stadträtin Marianne Flörsheimer.

Rüsselsheim

„Electric City Rüsselsheim“ mit Startproblemen

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Die für dieses Jahr geplante Installation von 800 Stromladesäulen verzögert sich. Der Kooperationspartner Opel liefert unterdessen drei neue Elektro-Kleinwagen an die Stadt aus.

Die Ankündigung der Stadt Rüsselsheim im Dezember 2018 klang geradezu enthusiastisch: Die Heimatstadt des Autobauers Opel werde sich zur „Electric City“ entwickeln und bis 2020 die „höchste Ladesäulendichte in der Europäischen Union“ aufweisen. Doch wegen Schwierigkeiten bei der Ausschreibung verzögert sich das ambitionierte Vorhaben, in Rüsselsheim rund 1300 Ladepunkte zu installieren.

Derzeit listet die Stadt auf einer eigenen Internetseite für das Projekt „Electric City“, das der Bund mit rund 13 Millionen Euro fördert, gerade mal 13 Stromtankstellen auf.

Allerdings setzt die Stadt schon jetzt zunehmend im eigenen Fuhrpark auf elektrisch betriebene Wagen. Am Mittwoch lieferte Opel-Chef Michael Lohscheller drei Elektrokleinwagen vom Typ Corsa für die Stadt aus. Somit werden nun acht städtische E-Autos unterwegs sein.

Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos) äußerte, der Weg zur Elektromobilität werde „von Rüsselsheim aus mitgestaltet – über entsprechende Fahrzeuge und Technologien, aber auch über den Ausbau von Lade-infrastruktur“. Stadträtin Marianne Flörsheimer (Linke/Liste Solidarität) bezeichnete die Anschaffung der E-Fahrzeuge als „Beitrag für die lokale und umweltfreundliche Verkehrswende“. Die Stadt übernehme Verantwortung für den Klimaschutz und wolle vorbildlich handeln. Nach und nach werde die Stadt daher ihren Fuhrpark um alternative Antriebsarten erweitern, kündigte Flörsheimer an.

Mit einer Batterieladung schafft der Opel-Kleinwagen laut Firmenchef Lohscheller eine „alltagstaugliche Reichweite“ von mehr als 300 Kilometern.

Rüsselsheim hat sich nach Angaben der Stadt im Rahmen ihres „Green-City-Plans für nachhaltige Mobilität“ dazu verpflichtet, den Ausstoß von Schadstoffen zu verringern. Über das Verbundprojekt „Electric-City-Rüsselsheim“, das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird, soll nun der flächendeckende Aufbau von Ladesäulen in allen Stadtteilen und Wohngebieten erfolgen.

Nach den Startschwierigkeiten sollen voraussichtlich ab Frühjahr 2021 Ladestationen auf öffentlich zugänglichen Parkplätzen auf dem Opel-Gelände an der Mainzer Straße, An der Berggewann und am Grundweg in Betrieb gehen. Die erforderlichen Trafostationen seien fast aufgebaut und würden künftig 280 Ladesäulen mit 555 Ladepunkten mit Strom versorgen, teilte die Stadt mit. Zudem seien nach entsprechenden Voruntersuchungen Standorte für weitere 134 Ladesäulen mit 268 Ladepunkten festgelegt worden.

https://electric-city-ruesselsheim.de

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