Rüsselsheim

Resolution gegen Kündigungen bei Opel in Rüsselsheim verpufft

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27 Mitarbeiter verlieren ihren Job, weil sie nicht zum Dienstleister Segula wechseln wollen. Linke sprechen von ener neuen Phase der betrieblichen Auseinandersetzungen.

Die Kündigung von 27 Mitarbeitern von Opel, die sich geweigert hatten, zum Ingenieurdienstleister Segula zu wechseln, stößt bei der Linkspartei auf harsche Kritik. „Die Geschäftsleitung von Opel hat leider nicht auf den Appell des Landrates und vieler Bürgermeister und Politiker aus dem Kreis Groß-Gerau gehört“, bemängelt Christiane Böhm, Landtagsabgeordnete der Linken aus Trebur.

Erst vergangene Woche hatten sich Landrat Thomas Will (SPD) und andere mit einem Papier an Opel und den französischen Mutterkonzern PSA gewandt. Darin wurde gefordert, die Entscheidung des Arbeitsgerichts Darmstadt abzuwarten, bevor der Betriebsübergang an Segula beziehungsweise der Teilverkauf vollzogen werde.

Der französische Dienstleister hatte nichtsdestotrotz wenige Tage später, zum Monatsbeginn, größere Teile des Opel-Entwicklungszentrums in Rüsselsheim übernommen. Die Mitarbeiter, die nicht mit wechseln wollten, erhielten am Freitag die Kündigung, bestätigte Opel-Sprecher Nico Schmidt. Der Wegfall des tariflichen Kündigungsschutzes bei Widerspruch gegen einen Betriebsübergang sei im Opel Zukunftstarifvertrag geregelt, teilte Schmidt auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mit.

Die Konsequenzen seien detailliert erläutert worden. Auf die Resolution reagierte Opel laut Unternehmenssprecher Schmidt mit Erstaunen. Denn durch die Umsetzung des Strategieplans „PACE!“ verzeichne man wieder deutliche Gewinne und sichere zehntausende Jobs. Auch investiere man im Einklang mit dem Tarifvertrag in die Standorte. So werde beispielsweise ab 2021 neben dem Insignia die nächste Generation des Opel Astra in Rüsselsheim gebaut und somit die Zukunft des Werkes gesichert.

Der Mörfelden-Walldorfer Bundestagsabgeordnete Jörg Cezanne (Linke) reagierte empört auf die Kündigungen: „Jetzt zeigt Opel/PSA die böse Fratze des Kapitalismus.“ Dabei werde sogar gegen das Betriebsverfassungsgesetz verstoßen, da der Betriebsrat nicht angehört worden sei. Laut Schmidt war indes „eine formale Anhörung des Betriebsrats in diesem Fall nicht erforderlich“.

Böhm sieht eine neue Phase der betrieblichen Auseinandersetzungen kommen: „Genauso wie die Lufthansa mit ihren Beschäftigten bei der LSG glaubt Opel/PSA, dass die Leibeigenschaft wieder eingeführt wurde. Statt den Kündigungsschutz auszuhebeln, brauchen wir mehr Rechte für Arbeitnehmer.“

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