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Jörg Lotter hat einen Lastenkahn aus Baumstämmen nachgebaut.

Groß-Gerau Bildung

Reise in die Römerzeit

Die Schüler der Prälat-Diehl-Schule in Groß-Gerau erleben Geschichte mit allen Sinnen. Die Schule kooperiert dabei mit dem Stadtmuseum.

Eine Reise in die Vergangenheit haben jetzt die siebten Klassen der Groß-Gerauer Prälat-Diehl-Schule (PDS) unternommen. Beim ersten Römertag konnten die Schüler an fünf Stationen etwas über römische Esskultur, Gesellschaftsspiele und Kleidung sowie über das Militär und die Schifffahrt lernen.

Weil der Geschichtsunterricht häufig theoretisch sei, sollte Geschichte erlebnisorientiert präsentiert werden. „Es soll Geschichte lebendiger machen“, sagte Geschichtslehrerin und Mitorganisatorin Barbara Weiler. Seit Jahren bietet die PDS einen praxisorientierten Geschichtstag an.

Infos zu Kleidung und Essen

Diesmal kooperierte die Schule aber zum ersten Mal mit Jürgen Volkmann, dem Leiter des Stadtmuseums Groß-Gerau. Er hofft, dass die Schüler so einen Zugang zur römischen Geschichte finden. Ebenfalls dabei war Petra Pettmann. Die aus Wallerstädten stammende Archäologin hat es sich mit ihrer Event-Agentur zur Aufgabe gemacht, archäologische Themen praktisch zu vermitteln. Deshalb ließ sie für diesen Tag ihre Kontakte spielen, um Fachleute zu engagieren, die den Kindern das Leben von vor 2000 Jahren veranschaulichen sollten.

Acht Meter lang und aus einem Baumstamm geschlagen – so zog Jörg Lotters „Aegina“ im Foyer der PDS alle Blicke auf sich. Der Nachbau eines römischen Lastenkahns diente als Anschauungsobjekt für die Ausführungen zur Binnenschifffahrt, wie die Römer sie vor 2000 Jahren betrieben. An Fotos erklärte er den Schülern, wie er die sogenannte Prahme, ein Flachbodenschiff für den Transport von Lebensmitteln und anderen Gütern, rekonstruierte. „Ich habe die Nägel einzeln geschmiedet“, sagte er. Insgesamt hundert Stück fertigte er auf diese Weise. Auch bei der Station zum römischen Militär hörten die Jugendlichen den Ausführungen gespannt zu. Dort erklärte Adolf Göbel, welche Waffen die Römer trugen. Baris (14) und Kevin (12) aus der 7b hatten sich besonders auf diese Station gefreut. „Es ist cool, wie sie vor 2000 Jahren gekämpft haben“, waren sich die beiden einig.

Zum Schluss durfte einer der Jungs selbst eine Rüstung anlegen. „50 Kilogramm hatte ein Legionär mindestens zu tragen“, sagte Göbel. Ursula Weiß-Göbel zeigte den Schülern, wie römische Spiele gespielt wurden.

Kulinarisch ging es an der Station über Esskultur weiter. Auf einem großen Tuch standen allerhand Lebensmittel, von denen die Kinder raten sollten, welche es zu Zeiten der Römer schon gab und welche nicht. So gehörten Kastanien, getrocknete Aprikosen, Honig und Kichererbsen zum Basisrepertoire.

Statt Limo gab es eingedickten Traubensaft. Nudeln und Tomaten kannten Römer hingegen nicht. Schließlich durften die Schüler selbst kosten, was die Römer zum Frühstück aßen: Moretum. Die Kräuter-Käse-Zubereitung wurde häufig mit frischem Brot gegessen. (eda.)

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