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Marcus Kirsch von der ESA erzählt den Neunt- und Zehntklässlern aus seinem Berufsalltag.
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Marcus Kirsch von der ESA erzählt den Neunt- und Zehntklässlern aus seinem Berufsalltag.

Groß-Gerau

Mal reingucken ins Universum

„Schüler fragen, Profis antworten“: Der Rotary-Club Groß-Gerau und Rüsselsheim organisierte für Neunt- und Zehntklässler der Martin-Buber-Schule einen Einblick in verschiedene Berufe. Dabei waren Weltraumforschung und Bundeswehr die Renner.

Fragt uns Löcher in den Bauch“, ermunterte Rechtsanwalt Nicolas Eilers am Dienstagabend die Schüler in der Aula der Martin-Buber-Schule (MBS), die Chance zu nutzen, möglichst viel über verschiedene Berufe zu erfahren. Eilers zeichnete als Mitglied des Rotary Clubs Groß-Gerau/Rüsselsheim gemeinsam mit MBS-Lehrerin Iris Happel für die Koordination des 7. Berufsinformationsabends verantwortlich.

Hessenweit war es die 22. Auflage der Veranstaltung unter dem Motto „Schüler fragen – Profis antworten“. Und Fragen gab es an der MBS zuhauf, denn ab der 9. Klasse rückt hier die Berufswahl in den Fokus; Praktika und Jobbörsen geben erste Einblicke. Das Besondere an dem Angebot der Rotarier ist, dass sich Fach- und Führungskräfte den Fragen aufgrund eigener Erfahrung aus der Arbeitswelt stellen. Dabei wird die Begeisterung für einen Beruf vermittelt, aber auch die Schattenseiten werden nicht ausgespart. In halbstündigem Turnus ging es zwischen Handwerksberufen, Hotel und Gastronomiegewerbe, Pflege-und Dienstleistungsberufen sowie der kaufmännischen Sparte von Raum zu Raum.

Ingenieur Wilfried Ehrlich, der seine Karriere als Opel-Werksleiter in Kaiserslautern beendet hat, erklärte den Schülern, dass es unabdingbar sei, sich für den Traumberuf nach der Decke zu strecken. Er war es auch, der den Rotary-Berufsparcours vor Jahren an der MBS etablierte, um Schülern Know-how für die Berufswahl mitzugeben.

Enormen Zulauf hatten seine Ausführungen zum Ingenieursberuf in diesem Jahr, denn er stellte ihn in spannendem Dialog mit dem Physiker und Mathematiker Marcus Kirsch vor.

Gibt es außerirdisches Leben?

Kirsch arbeitet bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA (European Space Agency) und entwickelt Anwendungssatelliten, kurz: Er hat mit Weltraumteleskopen und Erdbeobachtungssatelliten zu tun, ein Aufgabenbereich, der die Schüler begeisterte: „Mal reinzugucken ins Universum, das wäre cool.“

Marcus Kirsch ermunterte besonders die Schülerinnen, sich mit Mathe und Physik, die immer noch Männerdomäne seien, zu beschäftigen. Wie lange ein Studium dauere, wie wichtig die Mathematik dabei sei und ob es außerirdisches Leben gebe – all dies waren Fragen, denen sich die Experten stellten. „Dass wir die Krönung der Schöpfung sind, glaube ich nicht. Irgendwo wird’s schon Leben geben. 15 Milliarden Jahre alt ist das Universum, wir können bislang nur in die Hälfte reingucken“, erklärte Kirsch.

Ingenieur Ehrlich ließ die Schüler aber auch teilhaben an an seinen Erfahrungen auf der Karriereleiter: „Es gibt keine einfachen Wege. Berufssparten greifen heute immer mehr ineinander. Wer mit einer soliden Lehre bei einem Autobauer startet, kann weit kommen.“ Er pointierte: „Offen sein für Neues, das gilt immer und überall. Flexibilität ist wichtig, Auslandsaufenthalte auch. Soziale Kompetenz und Fortbildungen sind Basis, um schließlich den Traumberuf zu erreichen. Wer es will, kann es schaffen.“

Der zweite Renner im Angebot der Rotarier kam vom Karrierecenter der Bundeswehr: Viele Schüler wollten von Regierungsamtsfrau Simone Klehr wissen, welche Berufswege es beim Bund gibt. Ein sicherer Arbeitsplatz und gutes Gehalt galten hier als große Pluspunkte.

Diesmal hatte überraschend das Informationsangebot der IT-Branche weniger Zulauf. Wer jedoch dem Datenschutzbeauftragten Tamo Stöver zuhörte, erfuhr – teils missmutig aufseufzend – dass auch hier an der guten Mathematiknote kein Weg vorbeiführt. (lot)

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