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Bei einem Workshop in Walldorf erhielten Drittklässler Einblick in Produktionswege.
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Bei einem Workshop in Walldorf erhielten Drittklässler Einblick in Produktionswege.

Mörfelden-Walldorf

Vom Regenwald auf den Tisch

Wo ist denn eigentlich der Regenwald und was wächst da? Kinder aus Mörfelden-Walldorfer Schulen lernen bei einem Projekt der Kreisvolkshochschule in Kooperation mit den Weltläden einiges über fairen Handel.

Insgesamt zehn Klassen nutzen bis zum nächsten Mittwoch die Möglichkeit, an diesem spannenden Projekt teilzunehmen. „Süße Früchte des Regenwalds“ heißt die Ausstellung, bei der Kinder aus Schulen der Doppelstadt an vier Stationen allerlei Wissenswertes erfahren.

„Es geht uns darum, Schüler für den fairen Handel zu sensibilisieren“, erklärt Lisa Sauer vom Weltladen in Mainz. Dafür sei es wichtig, eine Verbindung zu schaffen zwischen der Lebenswirklichkeit der Schüler und den Voraussetzungen, unter denen die Menschen im „globalen Süden“ leben.

An der ersten Station steht deshalb der 14-jährige Christian im Fokus, der auf den Philippinen lebt. Die Kinder hören sich eine Audio-Aufnahme an und besprechen danach, was sie verstanden haben: Christian kann nicht zur Schule gehen, sondern muss als Mango-Pflücker arbeiten, um seine Familie mit zu ernähren. Sein großer Traum ist es aber, einmal Lehrer zu werden. Dafür müsste er weiterhin eine Schule besuchen.

Schule als Privileg

Die Drittklässler der Waldenserschule verstehen schnell, dass es ein Privileg ist, die Schule zu besuchen. Andreas Rupprecht vom Weltladen Darmstadt ergänzt: „Bei uns besteht sogar Schulpflicht. Kinderarbeit dagegen ist verboten. Dazu zählt aber nicht, wenn eure Eltern euch bitten, mal den Müll raus zu bringen“, sagt er und schmunzelt.

Andreas Rupprecht und Lisa Sauer führen gemeinsam durch den Workshop, unterstützt von Praktikantin Andrea Bek. Auch die begleitenden Lehrkräfte sind eifrig bei der Sache. Am ersten Tag sind 24 Drittklässler der Walldorfer Waldenserschule mit ihrem Regenwaldpass an den Stationen unterwegs: An jeder Station gilt es, sich mit den ausgelegten Informationen zu beschäftigen und Fragen zu beantworten.

An der „Bananen-Station“ werden den Kindern die Voraussetzungen für den fairen Handel verdeutlicht: Welche Arbeitsbedingungen müssen erfüllt sein, damit der Handel mit den Bananen fair wird? Die Höhe des Verdiensts wird thematisiert, die Pausenregelungen der Arbeiter und die Gesundheitsversorgung. Auch darum, dass auf den Plantagen kein Gift gegen Schädlinge eingesetzt wird, geht es.

Schnuppern und Anfassen

„Wir sind uns noch nicht sicher, was die Männer auf dem Bild hier machen“, sagt der neunjährige Noah und zeigt auf ein Foto, auf dem zwei Männer die Kakaobohnen sortieren und zum Trocknen in der Sonne auslegen. Gemeinsam mit seinem Freund Vincent bringt Noah die Bilder zur Kakaoernte in die richtige Reihenfolge und beschriftet sie. Neben den beiden liegen Kakaobohnen zum Schnuppern und Anfassen und auch das Blatt eines Kakaobaums. „Der Kakaobaum kann bis zu 15 Meter hoch werden“, lesen die Kinder auf dem Plakat.

An der nächsten Station wird es noch konkreter. „Das schmeckt bitter“, stellt Fiona fest, als sie das selbst gemahlene Kakaopulver probiert. „Ihh, bitter mag ich gar nicht!“ Jil verzieht das Gesicht. Die Kinder haben die Kakaobohnen selbst in der Pfanne geröstet und dann fein mit dem Mörser zerstoßen. Jetzt merken sie, dass Kakaopulver an sich nicht süß ist und Öl enthält – denn es klebt am Rand des Schälchens fest. Das gemahlene Kakaopulver dürfen sie am Ende mit nach Hause nehmen.

Noch bis Mittwoch, 11. März, werden weitere Klassen den Workshop in der Stadtbücherei Walldorf besuchen. Zuvor war die Ausstellung schon erfolgreich in Groß-Gerau gelaufen: Dort hatten rund 20 Schulklassen von dem Projekt profitiert. (eda)

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